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Energieregion Dithmarschen: Von der Vision zur Wirklichkeit

HEIDE (pid). Der Kreis Dithmarschen hat in weniger als drei Jahren die Überleitung geschafft von der 100%-EE-Starter-Region zur anerkannten 100%-EE-Plus-Region. Das doppelte EE steht für "erneuerbare Energie", gewonnen aus Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme. Bei der Produktion und effizienten Nutzung erneuerbarer Energien nimmt der nördlichste Landkreis in der Metropolregion Hamburg im bundesweiten Vergleich einen Spitzenplatz ein. Zwischen Elbe und Eider wird derzeit mehr regenerative Energie gewonnen und exportiert als verbraucht. Landrat Dr. Jörn Klimant: "Dieses Plus an selbsterzeugter Energie, das wir unter anderem dem windstarken Standort Westküste verdanken, ist zugleich ein maßgeblicher Beitrag zum Klimaschutz.". 

"Über kurz oder lang", so Geschäftsbereichsleiter Christian Rüsen, "werden sich  alle Regionen in Deutschland den Herausforderungen des Klimawandels und dem damit verbundenen Umbau der Energieversorgung stellen müssen." Da befindet sich die Energieregion Dithmarschen jetzt schon auf einem guten Weg der nachhaltigen Daseinsvorsorge und Energiepolitik. Rüsen: "Das neue Logo und die offensiv geführte Diskussion über unser energetisches Leitbild wird Signalwirkung haben."

Verbrauchsbasis und Maßeinheit für das zertifizierte 100%-EE-Zeichen des Kompetenznetzwerks Dezentrale Energie-technologie (deENet) sind der private und gewerbliche Bereich sowie die kleinen und mittleren Unternehmen. Die Industriekomplexe in Brunsbüttel und die Raffinerie in Heide/Hemmingstedt sind dabei ausgenommen, weil sie mit ihren Produkten vornehmlich den überregionalen Versorgungsbedarf bedienen.

Landrat Dr. Jörn Klimant: "Kosten- und Energiesparen fängt beim einzelnen Haushalt an. Durch die Gewinnung und den Einsatz erneuerbarer Energien können jeder Haushalt, jeder Handwerker sowie viele kleine und mittelständische Betriebe, aber auch kommunale Gebietskörperschaften wie etwa der Kreis Dithmarschen einen guten Beitrag für Umwelt und Klimaschutz leisten."

Wer als 100%-EE-Region an den Start geht, dokumentiert damit, dass er auf lange Sicht plant, die Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen zu wollen. Rüsen: "Dithmarschen hat sich als einer der ersten Landkreise zwischen Garmisch und Flensburg seit 1989 bereits mit der Windtest GmbH konsequent auf den Weg ins regenerative Zeitalter gemacht." 1996 folgte die erste große Biogasanlage Norddeutschlands mit biogenen Reststoffen, in St. Michaelisdonn, 2004 errichtet die Firma Repower die weltgrößte 5MW Offshore-Windtestanlage in Brunsbüttel, 2007/2008 folgt der Einstieg in die internetbasierte Solar-bundesliga.

Die Initiative "100%-Erneuerbare-Energie-Regionen" wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt Naturschutz und Reaktorsicherheit. Derzeit gibt es bundesweit 39 100%-EE-Starter-Regionen, wovon sich drei in Schleswig-Holstein (Fehmarn, Flensburg, Lensahn) befinden. Von den 74 100%-EE-Regionen befinden sich neben St. Michaelisdonn und dem Kreis Dithmarschen weitere fünf in Schleswig-Holstein (Kreis Nordfriesland, Uthlande, Pellworm, Amt Molfsee, Krummesse). Als erneuerbare Quellen wird der Fokus auf Wind, Sonne und Biomasse gelegt, also auf einen Energiemix. Landrat Dr. Jörn Klimant: "Der Kreis Dithmarschen ist bereits jetzt auf der Basis erneuerbarer Energieressourcen ein nennenswerter Stromexporteur. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir uns deswegen mit Einverständnis der deENet als 100%-ee-plus-region Kreis Dithmarschen bezeichnen dürfen."

Christian Rüsen verweist in diesem Zusammenhang auf einen besonders wichtigen Punkt: "Die Initiative ist ein bedeutender Schritt hin zu einer dezentraleren Energieversorgung. Wesentliche Aufgabe der nahen Zukunft hierfür ist die Ertüchtigung der Stromleitungsnetze."

Bereits 2010 entstand das Leitbild für die Energieregion Dithmarschen über die Aktiv-Region Dithmarschen e.V. in enger Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung, unterstützt durch das Institut Raum und Energie. Der Landrat: "Politik, Verwaltung, Institutionen und Interessenvertretungen befinden sich strategisch auf einer Linie. Der Kreistag hat die Signale auf grüne Energie gestellt."

In einem nächsten Schritt geht es beim Kreis Dithmarschen um die kostensparende Nutzung erneuerbarer Energien wie etwa durch den Einsatz batteriebetriebener Fahrzeuge und das Aufstellen von Stromladesäulen. Konkret verweist Landrat Dr. Jörn Klimant auf die Elektromobilitätsinitiative der Stiftung Mensch als wichtigen Schritt und guten Beitrag für die Umwelt zu noch mehr Lebensqualität in der Energieregion Dithmarschen.

Dr. Jörn Klimant: "Hier wird die Vision vom Klimaschutz mit Wertschöpfung erfahrbare Wirklichkeit."

Heide, 20.04.2011

www.dithmarschen.de

 

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