Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Buchvorstellung und Lesung im Dithmarscher Landesmuseum: Liebe und Freundschaft auf Distanz: "Wenn es nicht Liebe ist..." - Briefwechsel zwischen dem Landvogt und Dichter Heinrich Christian Boie und seiner späteren Frau Luise Justine Mejer

MELDORF. Sehnsucht, Freundschaft und Liebe zur Zeit des 18. Jahrhunderts – dies spiegelt der Briefwechsel zwischen dem Landvogt und Dichter Heinrich Christian Boie (1744 – 1806) aus Meldorf und seiner späteren ersten Ehefrau Luise Justine Mejer (1746 - 1786) wider. Die Buchvorstellung und Lesung „‚Wenn es nicht Liebe ist,… ‘ – Heinrich Christian Boies Brief-wechsel mit Luise Mejer (1776 – 1786)“ geht den Spuren dieser facettenreichen Beziehung am Donnerstag, 16. Februar 2017, um 19 Uhr im Dithmarscher Landesmuseum, Bütjestraße 2-4, in Meldorf nach.

Die Herausgeberin Regina Nörtemann veröffentlichte erstmals die kommentierte Gesamtausgabe des Briefwechsels und stellt das vierbändige Werk „Heinrich Christian Boie und Luise Mejer, Briefwechsel 1776-1786)“ vor. Dabei geht die Literaturwissenschaftlerin auch auf die Briefkultur des 18. Jahrhunderts ein. Ursel Burmeister und Dietrich Stein, in Dithmarschen durch zahlreiche Lesungen bekannt, schlüpfen in die Rolle des Paares aus dem 18. Jahrhundert. Außerdem singen Milena Juhl und Dorothee Johanna Bienert begleitet von Domkantor Paul Nancekievill am Klavier Lieder von Christian Gottlieb Neefe nach Gedichten von Friedrich Gottlieb Klopstock. Diesen Dichter der Empfindsamkeit verehrten Boie und Mejer sehr. Daneben präsentiert sich die Buchhandlung „Peter Panter“ mit einem Büchertisch und der Freundeskreis Dithmarscher Landesmuseum e.V. sorgt für Wein und mehr. Der Eintritt beträgt acht Euro und ermäßigt fünf Euro. Kartenreservierungen unter der Telefonnummer 04832/600060 oder per E-Mail unter kontakt@museum-dithmarschen.de sind erforderlich.


Brieffreundschaft im Bürgertum des 18. Jahrhunderts

815 Briefe zwischen 1776 bis 1786 schrieben sich Heinrich Christian Boie und Luise Mejer. Die umfangreiche Korrespondenz gibt Einblick in ihr Privatleben und schildert detailliert ihre Beobachtungen der Politik und Kultur sowie den Alltag.

Heinrich Christian Boie war Dichter und Mitglied der Literaturgruppe Göttinger Hainbund, unter anderem gab er die literarische Sammlung „Göttinger Musenalmanach“ heraus. Er wurde 1781 Landvogt in Süderdithmarschen. Luise Justine Meyer gehörte wie Heinrich Boie der bürgerlichen Oberschicht an und erhielt eine umfangreiche Bildung. Beide lernten sich 1775 in Hannover kennen. Es begann eine innige Freundschaft, bei der sich schon bald auch stärkere Gefühle entwickelten. Ein erster Heiratsantrag von Boie im Jahr 1778 lehnte Mejer ab, weil sie sich für eine Ehe finanziell zu schlecht gestellt fühlte und eine angeschlagene Gesundheit hatte. Dennoch blieb das Paar in Kontakt. Schließlich heirateten die Weggefährten 1785 entgegen aller Widrigkeiten und ließen sich in Meldorf nieder. Nach nur einem Ehejahr starb Luise Boie bei der Geburt des ersten Kindes.

Nachdem die Korrespondenz zwischen Mejer und Boie vor über 50 Jahren unter dem Titel „Ich war wohl klug, dass ich dich fand“ in einer extrem gekürzten Fassung erschienen war, hat die Berliner Literaturwissenschaftlerin Regina Nörtemann die vollständige, alle 815 Briefe umfassende und kommentier-te Gesamtausgabe vorgelegt.

 

Heinrich Schröder (1757-1812): Luise Justine Mejer, verh. Boie, Pastell, 1782 Quelle: Dithmarscher Landesmuseum

Heinrich Schröder (1757-1812): Luise Justine Mejer, verh. Boie, Pastell, 1782 Quelle: Dithmarscher Landesmuseum
Leopold Matthieu (1750-1738): Heinrich Christian Boie, Pastell, 1773 Quelle: Dithmarscher Landesmuseum

Leopold Matthieu (1750-1738): Heinrich Christian Boie, Pastell, 1773 Quelle: Dithmarscher Landesmuseum

 

Autor: Pressestelle , 07.02.2017 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

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