Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Natur als Lehrerin: 15 Schulen erhalten den Umweltpreis des Kreises Dithmarschen

HEIDE. Ob Schulgarten, Bienenwiese oder regenerative Energien – für ihre Umwelt-Schulprojekte investierten Kinder und Jugendliche viel Kopf- und Handarbeit. Seit 1986 ehrt der Kreis Dithmarschen dieses nachhaltige Engagement mit dem Umweltpreis. Landrat Dr. Jörn Klimant verlieh die Preise an 15 Dithmarscher Schulen am 19. Juli 2017. Im Anschluss erhielten vier Dithmarscher Schulen im landesweiten Vergleich die Auszeichnung „Zukunftschule.SH 2017“. Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im Foyer des Kreishauses stellten die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Projekte vor. Auch präsentierten außerschulische Bildungsanbieter ihre Arbeit. Die Schautafeln zu den Projekten stehen bis zum 21. August im Kreishaus.

Landrat Dr. Jörn Klimant gratulierte den teilnehmenden Schulen: „Ich bin begeistert, mit wie viel Einsatz und Kreativität sich die Schülerinnen und Schüler in komplexe Umweltthemen einarbeiten konnten. Es ist eine Freude, dass der Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanke in unseren Schulen so vielseitig gelebt wird und verankert ist.“

Am Dithmarscher Umweltpreis nehmen im Klassenverbund oder als Arbeitsgemeinschaft die Klassenstufen 1 bis 13 der allgemein- und berufsbildenden Schulen teil.

Die fünfköpfige Jury setzte sich 2017 zusammen aus Wilhelm Malerius (Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Dithmarscher Kreistages), Walter Denker (Kreisbeauftragter für Naturschutz bei der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen), Max Lorenzen (in Vertretung für die Schulrätin Angelika Sing), Gerd Raabe (Vertreter für die Gemeinschaft der Sponsoren und Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes Dithmarschen) und Dirk Berking (Kreisbeauftragter für Natur und Umwelterziehung an Schulen). Die Jury bereiste an zwei Tagen die Schulen zum Begutachten der Projekte.

Sponsoren sind die Stadtwerke Heide GmbH, der Wasserverband Süderdithmarschen, der Wasserverband Norderdithmarschen, der Abwasserverband Dithmarschen sowie der Zweckverband Wacken mit jeweils 500 Euro Preisgeld. Der erste Platz ist mit 250 Euro, der zweite Platz mit 150 Euro und der Sonderpreis mit 100 Euro dotiert. Insgesamt wurden 2.500 Euro Preisgeld an die teilnehmenden Schulen verliehen.


Gruppe I: Klassenstufe 1 bis 4

Den ersten Platz (jeweils 250 Euro Preisgeld) teilen sich die Grundschule Lunden / Schule am Gehölz und die Grundschule Schafstedt. Zum Beispiel reduzierte die Lundener Schule das Plastik in ihren Klassenräumen, trennte Müll, beschäftigte sich mit Schnecken, baute Insektenhotels und übernahm eine Patenschaft für eine Schleiereule. Die Schülerinnen und Schüler aus Schafstedt erweiterten ihren Schulgarten durch einen Garten der Sinne mit Barfußpfad, Duftbeet und Obstbäumen.

Auf dem zweiten Platz ist die Grundschule Am Klev mit ihren Standorten Eddelak und Buchholz (jeweils 150 Euro), die beide Projekte rund um das Thema gesunde Ernährung entwickelten mit Koch-AGs. Auch gestalteten die Schülerinnen und Schüler aus Eddelak zum Beispiel ihr grünes Klassenzimmer und kümmerten sich um die Tiere im Gartenteich. Während die Kinder aus Buchholz Gemüsebeete und eine Kräuterspirale anlegten.

Den Sonderpreis (jeweils 100 Euro) erhalten die Grund- und Gemeinschaftsschule Klaus-Groth-Schule und die Grundschule Hemmingstedt/Lohe-Rickelshof. Die Schülerinnen und Schüler der Klaus-Groth-Schule in Heide beschäftigten sich mit dem Thema Bienen anhand eines Schaukastens und stellten Beobachtungen zur Entwicklung einer Bienenkönigin an. Alles rund um die Kartoffel drehte sich für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Hemmingstedt/Lohe-Rickelshof.

Gruppe II: Klassenstufe 5 bis 9

Die Schule am Meer in Büsum und die Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf belegen den ersten Platz (jeweils 250 Euro). Unter dem Motto „Mut zur Wildnis“ pflanzten die Büsumer Schülerinnen und Schüler Bienenwiesen gegen das Bienensterben und beschäftigten sich mit der Bedeutung der Biene. Auch ist es geplant, gemeinsam mit der Gemeinde Büsum, eine größere Blumenwiese anzulegen. Die Gemeinschaftsschule am Brutkamp züchtet weiter Sonnenblumen für den Verkauf und die Schulgestaltung. Auch erledigen sie Baumschularbeiten, produzieren Gemüse und Kräuter.

Auf dem zweiten Platz (jeweils 150 Euro) sind die Gemeinschaftsschule am Hamberg / Offene Ganztagsschule in Burg und die Gemeinschaftsschule Meldorf. Die Gemeinschaftsschule am Hamberg wurde für die Pflege des Schulgartens und die Organisation der Jugendwaldspiele für alle sechsten Klassen geehrt. Die Jugendwaldspiele finden seit 1974 statt. Die Meldorfer Schülerinnen und Schüler setzten dieses Jahr einen Schwerpunkt auf die Ernte und Verarbeitung von Äpfeln vom
Feststellen des Reifegrades bis zum Saftpressen durch die Mosterei. Außerdem pflegten sie Gemüse-Hochbeete und die Obstbaumfläche.

Den Sonderpreis (jeweils 100 Euro) erhalten die Astrid-Lindgren-Schule in Meldorf, die Grund- und Gemeinschaftsschule des Amtes Burg / St. Michaelisdonn und der Schulverein für Betreuungsangebote an Brunsbütteler Schulen e.V., Förderzentrum Dithmarschen-Süd. Die Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule bewirtschaften seit 23 Jahren einen 1.000 Quadratmeter großen ökologischen Schulgarten beim Verwertungszentrum KBA in Bargenstedt. Das Projekt „Da ist der Wurm drin“ setzt sich mit dem Thema Kompost auseinander. Die Schülerinnen und Schüler aus St. Michaelisdonn wurden für die Pflege des Schulteiches und des Schulgartens sowie für die Anzucht von Frühjahrs- und Sommerblumen sowie Gemüse und Gartenkräutern ausgezeichnet. Die Schülerinnen und Schüler aus Brunsbüttel bewirtschaften einen Schrebergarten in Kooperation mit dem Schrebergärtner-Verein, pflegen Gemüse- und Blumenbeete, bauten ein Hochbeet und säten „Fledermauspflanzen“.

Gruppe III: Klassenstufe 10 bis 13

Über den ersten Platz (250 Euro) freut sich das Gymnasium Marne Europaschule. Besonders tat sich die Schule mit den Projekten „Plastik im Meer“ und der Versorgung des „Energiehauses“, einem Garten-Blockhaus auf dem Schulgelände, mit Solar- und Windstrom hervor.

Auf dem zweiten Platz (150 Euro) ist das BerufsBildungsZentrum Dithmarschen, Pädagogisches Zentrum in Meldorf. Die Schülerinnen und Schüler führen das Projekt „Planung und Umgestaltung des Innenhofes des BBZ zum Schulhof des gesunden Lernens“ weiter. Außerdem wurden Vogelhäuser und Insektenhotels gebaut. Dabei wurden die DaZ (Deutsch als Zweitsprache)- und JAW (Jugendaufbauwerk)-Klassen einbezogen.

»Markt der Möglichkeiten«: Die Projekte sind noch bis 21. August im Foyer des Kreishauses ausgestellt. Foto: Kreis Dithmarschen

»Markt der Möglichkeiten«: Die Projekte sind noch bis 21. August im Foyer des Kreishauses ausgestellt. Foto: Kreis Dithmarschen


Zukunftsschule.SH: Nachhaltig denken und handeln

Im Anschluss an den Dithmarscher Umweltpreis wurde die Auszeichnung „Zukunftsschule.SH“ der gemeinsamen Initiative des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) und des Ministeriums für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein an vier Dithmarscher Schulen verliehen. „Zukunftschule.SH“ vermittelt den Schülerinnen und Schülern in Schleswig-Holstein nachhaltiges Handeln.

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sind seit vielen Jahren Partner der „Zukunftsschule.SH“ und stellen auch 2017 den Nachhaltigkeitspreis, der landesweit mit insgesamt 20.000 Euro dotiert ist, zur Verfügung. Bisher wurden landesweit 10.000 Euro ausgeschüttet, nun wurde die Summe verdoppelt.

„Wir schätzen den Einsatz der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte sowie die Offenheit und ihr Interesse für wichtige gesellschaftliche und ökologische Fragestellungen und unterstützen die Initiative daher aus voller Überzeugung“, erläuterte Oliver Drews von der Sparkasse Westholstein.

Die vier Dithmarscher Schulen erhalten insgesamt 1.200 Euro: 400 Euro für die Stufe III und 800 Euro für den Sonderpreis. Für das Erreichen der Stufe I gibt es eine Urkunde und Schildaufkleber. Dieses Jahr bewarb sich keine Schule für die Stufe II „Wir arbeiten im Netzwerk!“.

Preisträger der Stufe I unter dem Motto „Wir sind aktiv!“ sind die Grund- und Gemeinschaftsschule Tellingstedt für das Schulbiotop sowie die Gewalt- und Suchtprävention, die Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf für den Schulzoo und -garten sowie die Grund- und Gemeinschaftsschule St. Michaelisdonn für den Schulgarten und -teich sowie das Projekt „online Schule – Lernmanagement und Lernverwaltung“.

Preisträger der Stufe III unter dem Motto „Wir setzen Impulse“ ist das Gymnasium Marne für das Energiehaus und für die zahlreichen Projekte, die unter den Sammelbegriff „Ehrenamt“ zusammengefasst wurden.

Den Sonderpreis erhält die Gemeinschaftsschule am Brutkamp in Albersdorf für ihre beispielhaften Projekte, die auch in die Region strahlen, wie die BUS-ENGEL-Schulung sowie der Schulzoo und -garten.

Jahrgang 2017: 15 mit dem Umweltpreis des Kreises Dithmarschen und vier mit der »Zukunftsschule.SH« ausgezeichnete Schulen. Foto: Kreis Dithmarschen

Jahrgang 2017: 15 mit dem Umweltpreis des Kreises Dithmarschen und vier mit der »Zukunftsschule.SH« ausgezeichnete Schulen. Foto: Kreis Dithmarschen
Autor: Pressestelle, 19.07.2017 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

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