Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Jahresendgrußwort des Kreises Dithmarschen

Liebe Dithmarscherinnen und Dithmarscher,

ein Klassiker unter den Sprichwörtern lautet: „In der Ruhe liegt die Kraft“. Das ist zeitlos und einfach wahr. Im ständigen Aufregungsmodus kommt man schnell außer Atem und verliert in der Hektik auch den Überblick. Die Kraft ist dann schnell aufgebraucht. Ruhe dagegen bedeutet nicht Stillstand, sondern Konzentration auf die Ziele. Ruhe ist nötig, damit wir uns besinnen und langfristig planen können. Gerade zum Jahresende tut es gut, die Kräfte zu sammeln, um Vergangenes Revue passieren zu lassen und den Blick voraus zu werfen.

Uns ist bewusst, dass 2017 für viele Dithmarscherinnen und Dithmarscher ein herausforderndes Jahr war: Wir bedauern die Insolvenz der der Elb-Link Fährgesellschaft, die sehr wahrscheinlich das Ende des leider nur kurzzeitig wieder aufgelebten Fährverkehrs zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel bedeutet und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine ungewisse Zukunft bereitet. Für die Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter und ihre Tiere war die bis ins Frühjahr 2017 währende Geflügelpest eine große Belastungsprobe. Ein Blick in Gärten und auf Felder belegt, dass wir uns an extreme Wetterlagen gewöhnen werden müssen. Noch immer flächendeckend zu sehen sind die Auswirkungen der extrem starken und lang anhaltenden Niederschläge, die ganz besonders den landwirtschaftlichen Betrieben erhebliche Probleme bereiten. Die Landwirtschaft ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Dithmarschen, sondern gehört auch zur Identität und Geschichte unserer Region. Deswegen nehmen wir großen Anteil an den Herausforderungen, mit denen die betroffenen Betriebe zu kämpfen haben.

Für die Kommunalpolitik und die Kreisverwaltung taten sich mitunter unerwartete Hürden auf: Gerne hätten wir zum Jahresende 2017 mitgeteilt, ob die zukunftsträchtige Idee eines gemeinsamen Dienstleistungszentrums mit der Stadt Heide in die Realität umgesetzt wird oder nicht. Einige Male war eine Entscheidung zum Greifen nah und es kam aufgrund erforderlich gewordener Zusatzgutachten oder zuletzt mit der Eintragung des Kreishauses in die Liste der Kulturdenkmäler doch anders. Wir hoffen, dass noch vor der Kommunalwahl 2018 eine Entscheidung fallen wird.

Überraschend für den Kreis Dithmarschen war die Entwicklung zum Thema Landschaftsschutzgebiete. Dass das Oberverwaltungsgericht Schleswig die Sicherstellungsverordnungen „Hohe Geest“ und „Rüsdorfer Moor“ für unwirksam erklärt hat bedeutet nicht das Ende des Bestrebens, diese Bereiche als Landschaftsschutzgebiete auszuweisen – es verzögert sich jedoch der Beginn des für eine endgültige Ausweisung erforderlichen Beteiligungsverfahrens.

Gerade bei so komplexen und langwierigen Vorhaben wie dem Dienstleistungszentrum und dem Urteil zum Landschaftsschutzgebiet hilft es, nichts zu überstürzen, sondern konsequent den Weg weiter zu gehen. So tun sich möglicherweise auch neue Lösungen auf.

Was unsere Kraftreserve in den letzten Jahren maßgeblich auffüllte, sind die relativ hohen Haushaltsüberschüsse des Kreises. Dank des konsequent eingehaltenen Sparkurses und positiver Rahmenbedingungen sind wir auf einem stabilen Niveau angekommen. Insgesamt haben wir Verständnis, dass aktuell in der kommunalen Familie über die Kreisumlage diskutiert wird, weil einige Gemeinden und Städte trotz der insgesamt guten Wirtschaftslage Schwierigkeiten haben, ihre Haushalte auszugleichen. Wir als Kreis mussten Jahrzehnte lang mit defizitären Haushalten kämpfen und wissen wie schwierig es ist, mit knappen Haushaltsmitteln die Aufgabenerfüllung sicherzustellen. Die gute Haushaltslage des Kreises darf jedoch nicht den Eindruck erwecken, dass Geld im Überfluss vorhanden wäre. Defizite aus der Vergangenheit mussten und müssen beglichen werden und größere Investitionen von kreisweiter Bedeutung, für die in den zurückliegenden Jahren nicht ausreichend Geld vorhanden war, sind zum Teil schon angeschoben wie die Berufsschul-Neubauten an den Standorten Heide und Meldorf mit einem Investitionsvolumen in Höhe von rd. 42 Mio. Euro, der jüngst vom Kreistag beschlossene Neubau einer Kreisfeuerwehrzentrale mit Kata-strophenschutzzentrum oder die Planungen zum Thema Viel-zweckhafen in Brunsbüttel – um nur einige Großinvestitionen zu nennen.

Anknüpfend an das BBZ-Beispiel zur Schaffung einer modernen Bildungsinfrastruktur setzt der Kreis auch weiterhin auf die Förderung von Projekten zur Bildung und Berufsqualifikation. Die Jugendberufsagentur und das überregionale Verbundvorhaben „Rückenwind – Jugendmobilität Westküste“ nahmen 2017 an Fahrt auf: Sie unterstützen Jugendliche bei der Berufsfindung und helfen ihnen bei den ersten Schritten in die Arbeitswelt. Zusätzlich werden Ausbildungsbetriebe und die Wirtschaft gestärkt. Das ist eine Win-Win-Situation sowohl für die Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger als auch die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Zusätzlich beweisen die Jugendberufsagentur und „Rückenwind“, wie dank guter Vernetzung und einer kreisübergreifenden Zusammenarbeit zum Wohl der Jugendlichen und der Wirtschaft alle Akteure an einem Strang ziehen.

Erfreulich ist auch die Verleihung des Dithmarscher Kulturpreises 2017 an Manfred Schlüter. Bekannt geworden ist der renommierte Autor, Grafiker und Objektkünstler mit seinen Kinder- und Jugendbüchern. Wir fühlen uns geehrt, einen so talentierten und engagierten Künstler in unserer Region aus-zeichnen zu können, der zudem als Bürgermeister kommunalpolitisch aktiv ist. Die Auszeichnung hat wieder einmal bewiesen, wie viel künstlerisches Potential und Kulturengagement in unserer Region steckt.

Entscheidungen aus 2016 trugen in diesem Jahr Früchte – besonders der ÖPNV wurde gestärkt: Mit dem im Sommer 2016 verabschiedeten Regionalen Nahverkehrsplan (RNVP) 2014-2018 verfolgt der Kreis Dithmarschen das Ziel, das ÖPNV-Angebot im Kreis Dithmarschen substanziell zu verbessern. Verschiedene Maßnahmen wie die Stärkung sogenannter starker Linien im konventionellen Linienverkehrsangebot sind bereits angeschoben oder umgesetzt. Der neue Fahrplan zum 10. Dezember 2017 verbessert nunmehr die West-Ost-Verbindung. Damit werden insbesondere zentrale Orte im Amt Eider besser miteinander verknüpft und die Anbindung nach Rendsburg optimiert. Vor allem ist auch der politische Gestaltungswille hervorzuheben, denn die jährlichen Mehrkosten für dieses Maßnahmenpaket in Höhe von ca. 430.000 Euro jährlich haben der Wirtschafts- und Planungsausschuss und schließlich der Kreistag in großer Einigkeit bewilligt.

Zusätzlich zu diesem konventionellen Linienverkehrsangebot unterstützt der Kreis auch alternative Angebots- und Bedienungsformen wie zum Beispiel Bürgerbusse. Der Kreistag hatte im März 2016 die Förderrichtlinie zu Bürgerbusprojekten im Kreisgebiet beschlossen. Zum Jahresende 2017 wurden jeweils ein Bus an den „Bürgerbusverein Meldorf und Umgebung e. V.“ sowie an den „Bürgerbusverein Amt Burg-St. Michaelisdonn und Stadt Brunsbüttel e. V.“ übergeben. Spätestens Ende Februar 2018 sind beide Busse, gesteuert von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern, auf Dithmarschens Straßen unterwegs. Diese Angebote ermöglichen den Reisenden mehr Mobilität und Flexibilität in unserer Region. Die erfolgreiche Umsetzung der ÖPNV-Offensive bis hierhin haben wir im Besonderen der guten Zusammenarbeit mit der Südwestholstein ÖPNV-Verwaltungsgemeinschaft der Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg und der DB Regio Bus Nord GmbH zu verdanken.

Reflektierend, ausdauernd und vorausschauend – unter dieser Prämisse hat sich Dithmarschen gut entwickelt. Für den Kreis stehen im Jahr 2018 bedeutsame Veränderungen an. Der Kommunalwahl und der Neubesetzung der Landratsstelle blicken wir mit Spannung entgegen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine friedliche, besinnliche Weihnachtszeit und vor allem Gesundheit, viel Kraft und alles Gute für das Jahr 2018.


Ihre

 Hans-Harald Böttger                                                                       Dr. Jörn Klimant 
 Kreispräsident                                                                                 Landrat

Autor: Pressestelle, 22.12.2017 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

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