Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

31. Dithmarscher Kohltage (19. bis 24. September 2017): Glänzender Auftritt - das Anschnittsmesser des Kreispräsidenten

HEIDE. Wenn am 19. September 2017 zum Anschnittsfest auf dem Hof Timm in Friedrichskoog der Stellvertretende Kreis-präsident Norbert Zimmermann den ersten Kohl des Jahres schneidet, dann hat das Kohlmesser des Kreises seinen glänzenden Auftritt. Hergestellt von der Meldorfer Domgoldschmiede mit der Stahlklinge und dem Silbergriff ist das Werkzeug auch ein Schmuckstück.

Der Initiator und Vater der Dithmarscher Kohltage Peter Quirin hat das Messer 1996 zum zehnten Geburtstag des Events dem Kreis gestiftet. Seitdem ist dieses Anschnittsmesser Teil einer Tradition: Die bisherigen Kreispräsidenten erbten mit den Aufgaben und Pflichten auch das silberne Anschnittsmesser.

Die Idee zu diesem Geschenk kam Quirin, der während seiner Tätigkeit in der Schifffahrtsbranche unter anderem auch Zuckerrohr transportierte: „Die jungen Kubaner erhalten vor ihrer Arbeit als Zuckerrohrschneider eine Machete, die sie dann für ihr gesamtes Berufsleben nutzen sollen. Diese Tradition inspirierte mich für das Anschnittsmesser, das für alle Kohltage eingesetzt werden soll und für die Beständigkeit der Kohltage steht. Außerdem ist das Messer eine Verbeugung vor der anstrengenden und wichtigen Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte.“

Anschnittsfest 2016 auf dem Hof der Gebrüder Langmaack (v.l.): Landrat Dr. Jörn Klimant, Renke Langmaack, Maren I. (Glatter), Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck, Silke I. (Nöhren), Oliver Langmaack und Kreispräsident Hans-Harald Böttger mit dem Anschnittsmesser. Foto: Kreis Dithmarschen

Anschnittsfest 2016 auf dem Hof der Gebrüder Langmaack (v.l.): Landrat Dr. Jörn Klimant, Renke Langmaack, Maren I. (Glatter), Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck, Silke I. (Nöhren), Oliver Langmaack und Kreispräsident Hans-Harald Böttger mit dem Anschnittsmesser. Foto: Kreis Dithmarschen


Kohltage-Tradition trifft auf Kunsthandwerk

Das Anschnittsmesser fertigte der Silber- und Goldschmiedemeister Peter Möller, Domgoldschmiede in Meldorf, an: „Als gebürtiger Dithmarscher habe ich mich sehr über diese Spezialanfertigung gefreut. Denn die Kohltage sind jedes Mal ein tolles Ereignis und hier fest verwurzelt. Toll, dass das Messer auch nach über 20 Jahren noch benutzt wird“.

Gemeinsam mit Möller besprach Peter Quirin seine Pläne. Von der ersten Skizze bis zur Fertigstellung benötigte Möller mehrere Wochen. „Schön und scharf sollte das Messer sein. Wichtig war, dass die Funktionalität und das Dekorative harmonieren. Auch sollte es für den Nutzer gut in der Hand liegen“, erläutert Möller.

Die Klinge besteht aus Solinger Stahl. Das Silberheft ist graviert: Auf der einen Seite steht „Der Kreispräsident des Kreises Dithmarschen“ mit dem Dithmarscher Reiter und auf der an-deren Seite zieren zwei Kohlköpfe sowie der Schriftzug „Dithmarscher Kohltage seit 1986“ den Silbergriff.

Über seine Arbeitsmethode sagt der erfahrende Silber- und Goldschmiedemeister: „Die Ideen zu einem neuen Werk oder Auftrag lasse ich langsam in mir reifen und entwickle Skizzen, bevor ich an die Umsetzung gehe.“ Auch heute mit 77 Jahren arbeitet Möller in der Domgoldschmiede: „Das ist ein wunderbarer Beruf, der einen jung hält. Mein Vater hat noch mit neunzig Jahren gearbeitet.“

Der Familienbetrieb in dritter Generation zählt zu den wenigen Handwerksunternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg, die silberschmiedische Gebrauchsgegenstände wie Besteck oder Taufschalen für Kirchen herstellen. Daneben fertigt der Betrieb auch Goldschmiedearbeiten wie Schmuck an. Außerdem befindet sich in der Domgoldschmiede ein Löffellarium mit über 600 Löffelmustern. Das Geschäft und die Werkstatt sind im Haus des Carsten Niebuhr (1733 - 1815), dem Orientforscher und Kartographen, in der Domstadt beheimatet.

Das Anschnittsmesser des Kreispräsidenten Foto: Kreis Dithmarschen

Das Anschnittsmesser des Kreispräsidenten Foto: Kreis Dithmarschen

Kohlanschnitt ist Handarbeit

Dithmarscher Kohl wird zum größten Teil per Hand geschnitten. Auch Landwirt Hans-Jürgen Timm aus Friedrichskoog setzt auf dieses schonende, aber auch aufwendige Verfahren. Timm baut auf circa 21,5 Hektar Weißkohl und auf 2,5 Hektar Rotkohl an. Daneben sät er Möhren (6,5 ha) und Weizen (30 ha). Außerdem hat er rund 270 Mutterschafe auf 15 ha Weide.

Der Friedrichskooger Landwirt legt Wert auf Handarbeit, um möglichst nicht die natürliche Wachsschicht des Gemüses zu schädigen: Dabei wird der Kohl mit der Hand geschnitten, sorgfältig in die Kisten gelegt und anschließend in den Kühlhäusern gelagert. „Pro Tag schaffen vier Schneider und vier Packer einen halben bis drei Viertel Hektar mit gut 25.000 Kohlköpfen“, erläutert Timm.

Autor: Pressestelle, 07.08.2017 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

Zurück zur Übersicht