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Wirtschaftsgespräch im Kreishaus: Nachwuchskräfte gewinnen

HEIDE. Für Arbeitgeber wird es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden und ausgeschriebene Arbeitsstellen zu besetzen. Welche Strategien helfen? Wie können Arbeitgeber, berufliche und allgemeinbildende Schulen besser kooperieren? Diesen Fragen ging das Wirtschaftsgespräch am 27. Februar 2018 im Kreishaus auf den Grund. Die Veranstaltung organisierte der Kreis Dithmarschen im Rahmen seiner RAL-Gütesiegel-Auditierung als mittelstandorientierte Kommunalverwaltung. Über 50 Vertreterinnen und Vertreter aus der Gastronomie, dem Personal- und Finanzwesen, der Bildung und des Handwerks sowie der Verwaltung nahmen teil. Landrat Dr. Jörn Klimant begrüßte die Gäste: „Ich freue mich sehr, dass Sie heute am Wirtschaftsgespräch teilnehmen. Denn vor allem soll es darum gehen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Schließlich beschäftigt der Fachkräftemangel uns alle.“ Einmal im Jahr veranstaltet der Kreis Dithmarschen zu verschiedenen Themenschwerpunkten ein Wirtschaftsgespräch.

Thomas Bultjer, Leiter der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg – Geschäftsstelle Dithmarschen, eröffnete den Abend mit dem Impulsvortrag: „Die Fachkräftebasis von morgen: wie kommen Schule, berufliche Bildung und kleine und mittelständische Unternehmen zusammen“. Herausforderungen für Unternehmen geeignete Auszubildende oder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden seien unter anderem der demografische Wandel und sinkende Schülerzahlen je Jahrgang. Außerdem entscheiden sich viele Jugendliche nach der Schule eher für ein Studium als für eine Ausbildung. Zusätzlich gebe es noch eine hohe Vertragsauflösungsquote bei Ausbildungsverträgen. Im bundesweiten Trend ist die Ausbildungsquote vom Spitzenwert im Jahr 2000 mit 1,7 Millionen Azubis auf 1,3 Millionen Azubis in 2016 gesunken. „Betriebe leisten bereits viel, damit die duale Ausbildung für Schulabgängerinnen und Schulabgänger eine Zukunftsoption ist. Das gilt einerseits in der Berufsorientierung durch Praktikumsangebote, Ausbildungsmessen und Kooperationen mit Schulen. Aber auch die Arbeitsperspektiven im Unternehmen gilt es herauszustellen mit Weiterbildungsangeboten, guten Arbeitsbedingungen und einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unternehmen müssen sich noch mehr als Ausbildungsbetriebe positionieren und als attraktiver Arbeitgeber profilieren, damit sie ihre Zielgruppe erreichen“, erklärte Bultjer.

Gute Erfahrung hat die Industrie- und Handelskammer mit Kooperationen von Betrieben und Schulen gesammelt. So konnte das IHK-Projekt „Regionale Fachberatung Schule-Betrieb“ seit 2006 rund 1.000 Kooperationen zwischen Betrieben und Bildungseinrichtungen in die Wege leiten.

Therese Seeck, IHK-Projektkoordinatorin der regionalen Fachberatung in Flensburg, erläuterte: „Viele Jugendliche haben keine Ahnung, wie ein Betrieb von innen aussieht oder was sich hinter einer Berufsbeschreibung wie Lebensmitteltechniker verbirgt. Zusätzlich ist das Angebot an Ausbildungsberufen über die Jahre gewachsen und komplexer geworden.“ Neben Praktika bieten auch Betriebserkundungstage, Bewerbungstraining oder einzelne Aktionen wie ein Charity-Flohmarkt Chancen, dass sich potentielle Azubis und Betriebe kennenlernen. „Ziel ist es, dass die Jugendlichen praktische Erfahrungen sammeln und sich ausprobieren können. Fast jedes zweite teilnehmende Unternehmen gewinnt direkt aus diesen Kooperationen zukünftige Azubis“, betonte Seeck.

Im Anschluss diskutierten Landrat Dr. Jörn Klimant, Thomas Bultjer, Ronald Geist, Leiter der Agentur für Arbeit Heide, Peter Kruse, Leiter und Geschäftsführer des BerufsBildungsZentrums Dithmarschen, und Kreishandwerksmeister Björn Will unter der Moderation von egeb-Geschäftsführerin Martina Hummel-Manzau.

Landrat Dr. Jörn Klimant zog folgendes Fazit: „Das Wirtschaftsgespräch zeigte gute Lösungsansätze auf und bot Denkanstöße. Wichtig ist auf jeden Fall weiterhin eine gute Vernetzung aller Akteure.“

Podiumsdiskussion im Kreishaus (v.l.): Thomas Bultjer, IHK-Leiter der Geschäftsstelle Dithmarschen, Kreishandwerksmeister Björn Will, Peter Kruse, Leiter und Geschäftsführer des BerufsBildungsZentrums Dithmarschen, Ronald Geist, Leiter der Agentur für Arbeit Heide, Landrat Dr. Jörn Klimant und Martina Hummel-Manzau, egeb-Geschäftsführerin. Foto: Kreis Dithmarschen

Podiumsdiskussion im Kreishaus (v.l.): Thomas Bultjer, IHK-Leiter der Geschäftsstelle Dithmarschen, Kreishandwerksmeister Björn Will, Peter Kruse, Leiter und Geschäftsführer des BerufsBildungsZentrums Dithmarschen, Ronald Geist, Leiter der Agentur für Arbeit Heide, Landrat Dr. Jörn Klimant und Martina Hummel-Manzau, egeb-Geschäftsführerin. Foto: Kreis Dithmarschen
Autor: Pressestelle, 02.03.2018 
Quelle: Kreis Dithmarschen 

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