Auszug - Einwohnerinnen- und Einwohnerfragestunde  

Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Agrar- und Umweltausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Do, 09.05.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 17:35 - 21:02 Anlass: Sitzung
Raum: Kreistagssitzungssaal
Ort: Stettiner Straße 30, 25746 Heide
 
Wortprotokoll

2.1 Herr Rolf Martens aus Heide möchte wissen, auf wessen Veranlassung die Sperrung zur Umfahrung des Wöhrdener Lochs aufgehoben worden ist.

 Ihm wird seitens der Verwaltung zugesichert, dass er eine schriftliche Antwort erhalten wird.

 (Protokollnotiz: Die Sperrung wurde 2007 auf Initiative des Naturschutzbeirates des Kreises Dithmarschen durch einen Beschluss der Arbeitsgruppe Speicherkoog aufgehoben.)

2.2 Herr Holger Friedel aus Großttel spricht die Missachtung der Geschwindigkeitsbegrenzungen im Speicherkoog und insbesondere die Aufhebung der ganzjährigen Geschwindigkeitsbegrenzungen für die Monate November bis Februar an. Er möchte wissen, welchen Grund es für die Aufhebung der ganzjährigen Geschwindigkeitsbegrenzung gegeben hat und worin der Unterschied zwischen Naturschutz und Artenschutz liegt.

 Herr Maaßen führt dazu aus, dass die ganzjährige Geschwindigkeitsbegrenzung bis letztes Jahr ausgeschildert war. Sie konnte nicht aufrechterhalten werden, weil sie rechtlich nicht vertretbar ist und kein Schutzbedarf im Winter besteht.

 Der Naturschutz dient der Erhaltung schutzwürdiger Landschaften und Landschaftsteile durch ordnende, sichernde, regenerierende, pflegende und entwickelnde Maßnahmen im Naturhaushalt. Unter Artenschutz versteht man alle Maßnahmen zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten zur Erhaltung der Artenvielfalt. Der Naturschutz ist mithin die übergeordnete Kategorie und der Artenschutz nur eine Teilaufgabe des Naturschutzes.

2.3 Frau Dalldorf aus Lehe ist Wohnmobilistin. Sie habe in der Vergangenheit zunehmende Verstöße im Speicherkoog registriert und möchte wissen, wer für die Verfolgung der Ordnungswidrigkeiten zuständig ist und ob Verstöße überhaupt geahndet werden.

 Die Frage wird von Herrn Maaßen dahingehend beantwortet, dass festgestellte Ordnungswidrigkeiten von jedermann zur Anzeige gebracht werden können. Liegt eine Anzeige vor, wird diese auch von der dafür zuständigen Behörde verfolgt. Ob es dann zur Festsetzung eines Bußgeldes kommen wird, ist einzelfallabngig und kann nicht pauschal beantwortet werden.

2.4 Frau Ursula Stelter aus Heide spricht sich gegen die Einfuhr der gelben Tonne aus und appelliert an alle Dithmarscher*innen, stattdessen Plastikmüll zu vermeiden.

2.5 Frau Evelyn Mahn aus Schafstedt bedankt sich für die ernzende Beantwortung ihrer Anfrage in der Einwohner*innenfragestunde der letzten Ausschusssitzung durch Herrn Rüsen. Sie geht noch einmal auf die Begründung des Kreises ein, die Bäume in den Krumstädter Tannenkoppeln hätten während der Brutzeit aufgrund eines Borkenkäferbefalls abgeholzt werden müssen. Dies sei für sie fragwürdig, da die gefällten Bäume noch heute im Wald lägen und eine Vermehrung des Borkenkäfers angesichts der aktuellen Temperaturen zu befürchten sei.

Weiterhin geht sie auf das Vorhandensein des Seeadlers und des Kranichs in dem Forst ein. Hierüber habe unter anderem ihr Mann mit dem Kreisförster nach dessen Dienstantritt gesprochen.

Zudem fragt sie danach, ob die Möglichkeit bestehe, Schilder am Waldrand aufzustellen, um die Besucher*innen des Waldes zu sensibilisieren (z. B. Leinenzwang für Hunde).

Bezüglich des Vorhandenseins des Seeadlers und des Kranichs in den Krummstädter Tannenkoppeln antwortet Herr Rüsen, dass dem Kreisförster sehr wohl das Vorhandensein dieser Vögel bekannt sei, jedoch nicht der konkrete Horst des Kranichs. Hierauf bezog sich die ergänzende Anfrage von Frau Mahn in der letzten Sitzung, die entsprechend beantwortet worden sei.

Der Kreisförster und die Forstmitarbeitenden seien bezüglich der Schutzfunktion des Waldes und des Artenschutzes sensibilisiert. Vor dem Fällen von Bäumen würden diese durch den Kreisförster markiert. In diesem Zuge achte der Kreisförster durch Sichtkontrolle, auch mit Blick auf Anzeichen wie Nahrungsreste oder Federn, auf das Vorhandensein von Horsten. Allerdings seien Anzeichen durch Witterungseinflüsse nicht immer und jederzeit vorhanden.

Mit dem Kreisförster sei besprochen, dass er in Zweifelsfällen zukünftig unmittelbar Kontakt zum Artenschutzreferenten des MELUND aufnehmen wird.

Hinsichtlich der Möglichkeit der Aufstellung von Schildern und des Verbleibs des Käferholzes sagt Herr Rüsen Prüfung zu.

Abschließend verwahrt sich Herr Rüsen deutlich gegen den Eindruck, der Kreisrster oder die Forstmitarbeitenden würden den Artenschutz nicht beachten. Er stelle sich ausdrücklich vor seine Mitarbeitenden, die eine gute Arbeit leisten.