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Baumtelefon: erst beraten, dann schneiden

HEIDE. Im Herbst startet die Fällfrist: Hecken und Sträucher dürfen nur in der Zeit vom 1. Oktober bis Ende Februar zurückgeschnitten und Bäume gefällt werden. Dabei müssen Anträge für das Fällen von ortsbildprägenden oder landschaftsbestimmenden Bäumen von der Unteren Naturschutzbehörde geprüft und genehmigt werden. Dafür hat der Kreis Dithmarschen ein Baumtelefon eingerichtet, um Ratschläge zur gesetzeskonformen Umsetzung für Baumfällungen bzw. -beschneidungen zu geben. Ansprechpartner in der Kreisverwaltung ist Dirk Oesterreich. Er ist jeweils am Montag und Donnerstag von 8 bis 12 Uhr sowie am Donnerstagnachmittag von 14 bis 16 Uhr unter der Tel.-Nummer 0481/ 97 1883 zu erreichen.

Mit der neuen Stelle hat der Kreis Dithmarschen die Beratung und Antragsbearbeitung rund um Gehölze, Knicks und Sträucher zusammengefasst. Davor haben in der Unteren Naturschutzbehörde die Bezirkssachbearbeiter*innen die Aufgabe wahrgenommen. Sabine Zupp, Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, erklärt: „Indem wir die Kompetenzen für dieses anspruchsvolle Thema bündeln und unser Personal aufgestockt haben, können wir unseren Service für die Kund*innen verbessern. Außerdem bringt unser neuer Kollege Dirk Oesterreich viel Erfahrung und Kenntnisse zur Baumpflege sowie zu Naturschutzgesetzen mit.“

Als Diplom-Ingenieur der Landespflege war Dirk Oesterreich viele Jahre im Bereich Garten- und Landschaftsbau tätig. Seit dem 1. Juli 2021 arbeitet er bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Dithmarschen. Neben der Beratung und Antragsbearbeitung ist er auch für die Kontrolle von Ausgleichsmaßnahmen wie Baumpflanzungen und Knickneuanlagen verantwortlich.

Dirk Oesterreich berät vor allem Eigentümer*innen von ortsbildprägenden oder landwirtschaftsbestimmenden Bäumen, ob ein Baum gefällt werden muss – telefonisch und vor Ort: „Mein Ziel ist es, gemeinsam mit den Eigentümer*innen nach Lösungen zu suchen.“


Für den Experten ließen sich schon im Vorfeld Baumerkrankungen oder -fällungen vermeiden: „Trockenheit, Fehler beim Zurückschneiden oder vernachlässigte Pflege sowie falsch gewählte Standorte schädigen die Bäume. In der Beratung möchte ich auch dabei unterstützen, zukünftig Fehler zu vermeiden.“

Rechtlicher Baumschutz

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) bildet die Grundlage für den Baumschutz. Danach muss bei der geplanten Fällung eines Baumes, der einem „Eingriff in die Natur und Landschaft“ (§ 14 BNatSchG) entspricht, ein Fällantrag bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt werden. Auch können Bebauungspläne bestimmen, welche Bäume zu erhalten sind. Außerdem ist es nach § 39 Absatz 5 BNatSchG verboten, Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Erlaubt sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des jährlichen Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Gehölze können mit Genehmigung der UNB ganzjährig gefällt werden, wenn zum Beispiel die Standsicherheit eines Baumes nicht mehr gewährleistet ist und eventuell eine Gefahr für den Verkehr bestehen könnte oder aufgrund eines Bauvorhabens. Darüber hinaus sind auch die artenschutzrechtlichen Bestimmungen zugunsten von Vögeln, Fledermäusen und anderen Tierarten zu beachten.

Weitere Infos zum Baumschutz sowie Anträge stehen im Internet auf www.dithmarschen.de unter der Rubrik „Informationen beschaffen/Kreisverwaltung/Organisationseinheiten der Kreisverwaltung“; Link: „Sachgebiet Naturschutz“; Stichwort: „Baumtelefon“ (Adresse: www.dithmarschen.de/Informationen-beschaffen/Kreisverwaltung/Organisationseinheiten-der-Kreisverwaltung/index.php?La=1&object=tx,2046.5122.1&kat=&kuo=2&sub=0).

Dipl.-Ing. Dirk Oesterreich ist Ansprechpartner für das Baumtelefon des Kreises Dithmarschen. Foto: Kreis Dithmarschen

Dipl.-Ing. Dirk Oesterreich ist Ansprechpartner für das Baumtelefon des Kreises Dithmarschen. Foto: Kreis Dithmarschen
01.10.2021
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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