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Dr. Abbo van Neer ist hauptamtlicher Betreuer für den Speicherkoog Dithmarschen

HEIDE. Ob als Ansprechpartner für Tourist*innen, bei der Konzeption von Naturschutzvorhaben oder beim Tier- und Pflanzen-Monitoring – die Aufgaben für den hauptamtlichen Betreuer für die Schutzgebiete im Speicherkoog sind vielfältig. Dr. Abbo van Neer ist Anfang Oktober 2022 für den Speicherkoog Dithmarschen zuständig. Der Naturschutzbiologe stellte sich am 17. November 2022 im Agrar- und Umweltausschuss des Kreises Dithmarschen vor.

Die Stelle wurde im April 2022 vom Kreistag beschlossen, um eine kontinuierliche Betreuung und einen umfassenden Schutz des unter anderem naturschutzfachlich besonders wertvollen Speicherkoogs zu gewährleisten.

Der Bedarf ist groß für eine zentrale Anlaufstelle, denn der Speicherkoog ist bei Einheimischen, Urlauber*innen und Tagesgästen sehr beliebt. Das führt zu einem großen Besucher*innen aufkommen mit unterschiedlichen Interessen und einem entsprechenden Informationsbedarf. So sollen unter anderem in Kooperation mit dem die beiden Naturschutzgebiete betreuenden Verband Führungen angeboten werden. Gleichzeitig muss auf die Einhaltung von Verhaltensregelungen geachtet werden. Ein weiterer Aufgabenbereich sind naturschutzfachliche Erhebungen zur Entwicklung des Brutvogelbestandes in den Schutzgebieten sowie die Mitwirkung bei entsprechenden Schutzmaßnahmen.

Der hauptamtliche Betreuer arbeitet an der Schnittstelle zwischen Tourismus, ehren- sowie hauptamtlichen Netzwerkpartnern im Natur- und Küstenschutz und den Ordnungsbehörden sowie dem Land.

Der Betreuer ist Mitarbeiter des Kreises Dithmarschen und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises zugeordnet. Die Stelle wird jeweils zu 50 Prozent aus Ersatzgeldern des Kreises Dithmarschen und durch das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur finanziert und ist zunächst auf fünf Jahre befristet. „Die Stelle wird zu einer qualitativen Verbesserung der Präsenz und der Betreuung des Gebietes führen. Wir streben im Anschluss eine Verlängerung an. Denn die Aufgaben sind so komplex und die Herausforderungen werden auch mit Blick auf die angestrebte weitere touristische Entwicklung weiterwachsen, so dass wir dauerhaft einen hauptamtlichen Mitarbeiter für den Speicherkoog benötigen“, erläutert Sabine Zupp, Leiterin der unteren Naturschutzbehörde.

Ziele des Schutzgebietsbetreuers

Dr. van Neer war zuvor von 2012 bis Ende September 2022 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung in Büsum beschäftigt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren neben dem Besendern von Robben oder der Flugzählungen der Kegelrobben in Niedersachsen vor allem die Lösung von Mensch-Wildtierkonflikten zum Beispiel auf Helgoland. Er schloss den s.g. Master of Conservation Biology in Neuseeland 2012 ab. 2019 erwarb Abbo van Neer seinen Dr. rer. nat zum Thema „Prädation mariner Säugetiere durch Kegelrobben (Halichoerus grypus): Untersuchungen zu den Hintergründen, dem Ausmaß und den potentiellen Effekten auf das Ökosystem“.

Als Schutzgebietsbetreuer möchte Dr. van Neer sein erworbenes Wissen im Bereich Management, Monitoring und Kommunikation einbringen: „Im Speicherkoog treffen verschiedenste Nutzungsinteressen vom Naturschutz über die Land- und Wasserwirtschaft bis hin zum Tourismus in einem relativ übersichtlichen Gebiet zusammen. Ich möchte Ansprechpartner für all diese Gruppen sein, um Konflikte frühzeitig zu erkennen und entschärfen zu können. Gleichzeitig ist es mir sehr wichtig, den Natur- und Artenschutz in diesem wichtigen Ökosystem zu fördern und weiterzuentwickeln.“

In den ersten Wochen stellt sich Dr. van Neer bei den bereits im Speicherkoog agierenden Akteur*innen vor und tauscht sich aus. Außerdem arbeitet er sich in die verschiedenen Unterlagen wie Managementpläne, Schutzgebietsverordnungen, Forschungsberichte sowie Planungsunterlagen der anstehenden Projekte ein. Auch verschafft er sich einen Überblick über die bestehenden Daten, angefangen vom Vorkommen von Vögeln über die Positionen der verschiedenen Gebietsbeschilderungen bis hin zum Salzgehalt der Gewässer. „Damit möchte ich gezielt Datenlücken aufspüren und in der Zukunft schließen.“ Sein Büro befindet sich im Bereich des Strandbetriebsgebäudes am Surfsee. Dr. van Neer ist auch viel im Speicherkoog unterwegs, um Instandsetzungsarbeiten zu begutachten und das Gebiet noch besser kennenzulernen.

Dr. Abbo van Neer ist unter der Telefonnummer 0481-971806 sowie per Mail unter abbo.vanneer@dithmarschen.de zu erreichen.

Dr. Abbo van Neer arbeitet seit Anfang Oktober 2022 als Schutzgebietsbetreuer. Foto: Kreis Dithmarschen

Dr. Abbo van Neer arbeitet seit Anfang Oktober 2022 als Schutzgebietsbetreuer. Foto: Kreis Dithmarschen

Speicherkoog Dithmarschen

Dem circa 5.000 Hektar umfassenden Speicherkoog Dithmarschen gehören an die „NATURA 2000“-Gebiete „Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Küstengebiete“ bzw. „Ramsar-Gebiet Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und angrenzende Küstengebiete“, die Naturschutzgebiete „Wöhrdener Loch/Speicherkoog Dithmarschen“ und „Kronenloch/Speicherkoog Dithmarschen“ sowie das Landschaftsschutzgebiet „Speicherkoog Dithmarschen (Nordkoog)“. Der südliche Teil des Speicherkooges (Südkoog) wird vor allem von der Bundeswehr genutzt.

Der Speicherkoog besitzt eine herausragende Bedeutung für den Wiesen- und Rastvogelschutz und für eine Vielzahl von Einzelbiotopen. Er zählt zu den naturschutzfachlich wertvollsten Gebieten an der gesamten Westküste Schleswig-Holsteins.

Der Speicherkoog zählt zu den naturschutzfachlich wertvollsten Gebieten an der gesamten Westküte Schleswig-Holsteins. Foto: Kreis Dithmarschen

Der Speicherkoog zählt zu den naturschutzfachlich wertvollsten Gebieten an der gesamten Westküte Schleswig-Holsteins. Foto: Kreis Dithmarschen

18.11.2022
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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