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Kreise Nordfriesland und Dithmarschen vereinbaren Kooperation beim Umgang mit verölten Vögeln

HEIDE/HUSUM (pid). Im November 2009 setzte das Land Schleswig-Holstein eine Richtlinie über den Umgang mit verölten Seevögeln in Kraft. Da in der Nordsee immer wieder einmal mehr oder weniger große Ölteppiche auftreten, haben die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen am 25. Januar 2011 im Husumer Kreishaus einen Kooperationsvertrag geschlossen.

 

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Kooperation unterzeichnet (von links): hintere Reihe: Dr. Dieter Schulze, Leiter des Veterinäramtes des Kreises Nordfriesland, Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Dr. Klaus Hartwig, Leiter Veterinäramtes des Kreises Dithmarschen, sitzend: Dieter Harrsen, Landrat des Kreises Nordfriesland, Dr. Jörn Klimant, Landrat des Kreises Dithmarschen

 

Im Rahmen eines vorhergehenden Pressegespräches stellte der Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), Dr. Johannes Oelerich, die Richtlinie des Landes vor. „Bei größeren Ölunfällen sehen unsere Alarmpläne breitgefächerte Zusammenarbeitsstrukturen vor. Vom Cuxhavener Havariekommando bis hin zu den Kreisen und Gemeinden beziehen sie etliche Behörden ein“, erläuterte Oelerich. Würden größere Mengen verölter Vögel gefunden, komme es insbesondere auf die Veterinärämter der Kreise und die Ordnungsbehörden der Ämter und Städte an: Sie müssten gemeinsam mit dem LKN tätig werden.

„Unsere Aufgabe besteht darin, die Lage zu sichten und die verölten Vögel einzusammeln. Weil das ein gefährliches Geschäft ist, geht das nur mit speziell geschultem Personal“, berichtete Dr. Jörn Klimant, der Landrat des Kreises Dithmarschen. Anschließend würden die in den Veterinärämtern der Kreise beschäftigten Tierärzte über das Schicksal der einzelnen Vögel entscheiden: Leicht verölte Tiere könnten in die beiden Behandlungsstationen in St. Peter-Ording und Kappeln gebracht werden, um dort gründlich entölt und später wieder ausgewildert zu werden.

Beide Stationen können jedoch im Höchstfall je rund 100 Vögel aufnehmen. „Verölte Vögel leiden ganz extrem. Auch wenn es jedem Tierfreund und insbesondere uns Tierärzten arg an die Nieren geht, gibt es für alle anderen deshalb nur eine ethisch und rechtlich vertretbare Lösung: die tierschutzgerechte, also die schnelle und schmerzlose Tötung“, erklärte der Leiter des nordfriesischen Veterinäramtes, Dr. Dieter Schulze. Die schnelle Beurteilung hunderter, vielleicht sogar tausender leidender Seevögel übersteigt jedoch die Personalkapazitäten der einzelnen Kreise. „Deshalb freue ich mich sehr über unsere Vereinbarung, die uns die personelle Verstärkung sichert, die wir für einen Mehrschichtenbetrieb benötigen“, sagte Schulzes Dithmarscher Kollege, Dr. Klaus Hartwig.

Der Vertrag sieht darüber hinaus eine enge Abstimmung und Koordination der beiden Westküstenkreise für den Fall einer Ölpest vor – von der Einrichtung einer Rufbereitschaft bis hin zur gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit im Ernstfall.

„Dieser Vertrag ist sinnvoll und notwendig, aber er führt uns auch wieder einmal vor Augen, wie sensibel das Ökosystem vor unseren Küsten ist. Bereits kleine Ölunfälle können enorme Schäden anrichten“, betonte der nordfriesische Landrat Dieter Harrsen. Deshalb müssten die Küstenbewohner immer wieder an die Verantwortlichen in Bund und Ländern appellieren: „Verbessert die Sicherheit des Schiffsverkehrs, schafft eine einheitliche Küstenwache, optimiert das Notschleppersystem und tut alles, damit eine Ölpest gar nicht erst entstehen kann!“ Denn sei der Schaden erst entstanden, so Harrsen, könne man die Folgen gar nicht absehen: „Dann sind die Vögel nur die ersten von vielen weiteren Opfern.“

 

 

www.dithmarschen.de

 

26.01.2011
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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