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Meldorf, Altona, Berlin, Meldorf: Stationen eines Künstlerlebens


MELDORF (pid). Sein Künstlerleben führte den Dithmarscher Adolf von Horsten (1888 - 1985) von Meldorf via Altona und Berlin nach Meldorf. "Mit der Ausstellung im Dithmarscher Landesmuseum", so die Leiterin des Hauses, Dr. Jutta Müller, "erinnern wir an einen Künstler, der in seinen besten  Zeiten zwischen den Kriegen eine ganze Reihe sehr qualitätvoller Bilder schuf."Die Stationen eines Künstlerlebens sind vom 16. April bis zum 13. Juni 2011 an der Bütjestraße 2-4 zu sehen. Besucherinnen und Besucher erwartet ein umfangreicher Überblick über das Schaffen dieses liebenswürdigen Künstlers aus der Region.

 

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Ansicht von Meldorf vom Wolmersdorfer Berg, Öl/Leinwand (Privatbesitz)

 

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Adolf von Horsten, Fotografie um 1980 (Archiv DLM)

 

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Adolf von Horsten (ganz links) im Dom-Cafe Meldorf anlässlich einer Ausstellung seiner Arbeiten, Fotografie 50er Jahre (Archiv DLM)

 

Adolf von Horsten kam am 4. Mai 1888 als Sohn eines Den-tisten in Meldorf zur Welt; hoch betagt starb er kurz nach Vollendung seines 97. Lebensjahres  in Bremen bei seiner jüngsten Tochter. Doch nicht immer war Meldorf das Zent-rum des Lebens von Adolf von Horsten. Nach der Malerlehre besuchte er die Kunstgewerbeschulen in Hamburg und München. In den Sommermonaten malte er schon damals auf den Inseln Föhr und Sylt und verkaufte seine Bilder an  Kurgäste.

Hier entstanden einige seiner besten Bilder, unter anderen die "Verschneite Dorfstraße in Oevenum" aus dem Jahr 1922. Dieses atmosphärisch außerordentlich gut gelungene Winterbild, von dem von Horsten aufgrund des Erfolgs sogar eine Wiederholung malte, hängt heute im Carl-Häberlin-Museum in Wyk auf Föhr und ist innerhalb der Ausstellung als Leihgabe zu sehen sein, ebenso wie ein 1928 entstandenes Gemälde mit dem Titel "Postboot zwischen den Halligen" aus schleswig-holsteinischem Privatbesitz. Kunsthistorikerin Dr. Jutta Müller: "In diesen Bildern wird von Horstens Talent für die Wiedergabe atmosphärischer Stimmungen in der Natur besonders deutlich."

Nach dem Krieg, der den Künstler als Kriegsmaler nach Russland, Norwegen, Finnland, Frankreich und den Balkan führte, verließ von Horsten Berlin und zog nach einer Zwischenstation in Lüneburg 1949 wieder nach Meldorf. Die Familie übernahm das Elternhaus des Künstlers in der Küsterstraße, wo er sich auch ein kleines Atelier einrichtete. Die finanziellen Verhältnisse waren außerordentlich schwierig.   So entstand in den Jahrzehnten nach 1949 ein umfangreiches Werk, das vor allem unter dem Gesichtspunkt der Verkäuflichkeit angefertigt wurde: Porträts, sowohl von Personen als auch von Höfen, Landschaften und dekorative Blumenbilder standen im Mittelpunkt seines Schaffens. Viele Beispiele davon befinden sich bis heute in Dithmarscher Privatbesitz; einzelne Beispiele werden von ihren Besitzern für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Als Senior der lokalen Künstlerschaft genoss von Horsten großes Ansehen. Der Kreis Süderdithmarschen in Gestalt von Landrat Schücking und später auch der Kreis Dithmarschen und Landrat Buhse bemühten sich sehr, den Künstler durch Ankäufe und Vermittlung von Aufträgen zu unterstützen. Dr. Jutta Müller: "Offensichtlich wurde er bereitwillig und gern unterstützt, denn von Horsten war von liebenswürdigem Naturell, eine echte Persönlichkeit und ein außerordentlich geselliger Mensch, der andere Menschen hervorragend unterhalten konnte."

Info: www.landesmuseum-dithmarschen.de

www.dithmarschen.de

 

04.04.2011
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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