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Umweltpreis 2012: Tangens oder Tulpen?

HEIDE (pid). Kommt das Komma vor dem „und“ oder setzt man Frühlingsblüher schon im Herbst? Landrat Dr. Jörn Klimant: „Fest steht, die Arbeit im Schulwald oder Schulgarten erinnern die jungen Menschen ein Leben lang. Da können weder Zeichensetzung noch Kurvendiskussion mit Sinus und Cosinus, Tangens und Cotangens mithalten. Mit Sicherheit.“ Zehn Dithmarscher Schulen stellten sich  dem Urteil der reisenden Jury im Wettbewerb um das Preisgeld für den Umweltpreis 2012. Fünf Sponsoren haben zusammengelegt, so dass am Ende ein Betrag von 2.500 Euro an die Bewerber ausgeschüttet wird. Gute Noten für das Zeugnis gibt es extra.

Leicht hatte es die fünfköpfige Fachjury nicht, unter den verschiedenen Bewerbern, die nach Schulart und Klassenstufen gestaffelt waren, den jeweils 1. Preis zu vergeben. Auch für die Präsentation gab es wichtige Punkte. Allen Beteiligten war klar, dass der Umweltpreis in den meisten Fällen mit der zündenden Idee eines Lehrers oder einer Lehrerin startet. Das letzte Wort bei der Präsentation sollte den Schülerinnen und Schülern vorbehalten sein. Sind sie von der Idee begeistert, steckt die Begeisterung an, die Jury-Mitglieder etwa. Hier zeigt sich, dass der Stoff sitzt.

Der Umgang mit der Natur ist ein Stoff, der sich nachhaltiger einprägt als jede Vokabel. Das zeigt sich beim Bau und der Bepflanzung eines Hochbeetes (Eiderlandschule)oder dem Anlegen einer Streublumenwiese (Grundschule Wesseln). Schmetterlinge haben je nach Art bei ihren Mahlzeiten bestimmte Vorlieben (Astrid-Lindgren-Schule), die man bei der Auswahl der Pflanzen berücksichtigen kann. Fledermäuse benötigen andere Nisthilfen als Blaumeisen. Und für Kerfe gibt es Hotels, die gut belegt, und Zäune, die insektenfreundlich sind (Fief Dörper School).

Schulgarten und Schrebergarten liegen nicht nur im Alphabet nahe beieinander, auch in der Wirklichkeit gibt es Schnittmengen, die für das Umweltpreisprojekt entdeckt und gepflegt werden (Pestalozzischule). Schulhofgestaltung ist für Eltern, Lehrer und Schüler längst schon ein Mitbestimmungsprojekt geworden. Wenn es um weitere Hilfen und Unterstützung geht, hat etwa die Gemeinschaftsschule Meldorf nicht Halt gemacht am Schultor.

Zum ersten Mal dabei rufen sie gleich per Baustellenschild „Schulinsel“ Nachbarn, Freunde und Sponsoren zur Mithilfe auf. Landrat Dr. Jörn Klimant: „Hier dürfen wirklich alle noch einmal im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen. Das ist gelebter Gemeinschaftssinn.“ Da gab es nicht nur „Bohlen aus Büsum“, es gab auch den ersten Preis in Höhe von 300 Euro. Der Landrat: „Die Adresse werden wir uns merken müssen.“

Dass bei der Regionalschule Wesselburen Gewächshauskulturen im Fokus stehen, erklärt sich aus der Tradition der Hebbelstadt, die nicht nur den größten Deutschen Dramatiker sondern auch den besten Kohl hervorgebracht hat. Traditionell ist auch die Bewirtschaftung des ökologischen Schulgartens bei der KBA in Bargenstedt Thema, seit 19 Jahren. Anregungen holte sich so mancher Besucher bei der solarbetriebenen Pumpe. Dr. Jörn Klimant: „Zum Gärtnern gehört die Disziplin, da sonst das Unkraut Überhand nimmt, und die Interdisziplinarität, die Suche nach Problemlösungen jenseits des Gartenzauns.“ Diese Erkenntnis war der Jury einen Sonderpreis wert. 150 Euro gehen an den Eescher Weg 69 zur Astrid-Lindgren-Schule.

Die Marschenschool, zum 8. Mal dabei, engagiert sich beim Schutz des Regenwaldes. Wer den eigenen Schulhof gut bestellt, Energie gespart und Abfall sauber recycled hat, kümmert sich gerne um eine Patenschule in Honduras, damit auch dort die Bäume wieder wachsen. 200 Euro gehen für diese Idee nach Helse. Schulische Forschung in Reinkultur im Dienst der Wissenschaft betrieben die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule am Hamberg. Mit der Life-Übertragung aus dem Vogelnistkasten boten die Burger der Jury ein überzeugendes Public Viewing. Der Lohn: Platz 2 und 200 Euro.

Das Berufsbildungszentrum Dithmarschen glänzte mit einer Vielzahl von Projekten. Da waren der kreative Nutzgarten, kuschelige Insektenhotels, ein Lehmofen sowie ein Teich zu bewerten. Angesichts der großen Kreativität gab es zum 1. Preis in Höhe von 300 Euro einen Sonderpreis über 50 Euro.

Neben den Stadtwerken Heide spendeten der Wasserverband Dithmarschen-Süd, der Wasserverband Dithmarschen-Nord, der Abwasserverband Dithmarschen sowie der Zweckverband Wasserwerk Wacken jeweils 500 Euro Preisgeld. Alles in allem verteilte die Jury 2.500 Euro an die Gewinner des Umweltpreises.

Landrat Dr. Jörn Klimant: „Der Dithmarscher Umweltpreis steht symbolhaft für ein wachsendes Umweltbewusstsein. Trotz der Unterschiede beim Preisgeld ist jedes einzelne der vorgestellten Projekte ist ein großer Gewinn für die Umwelt, für den Kreis Dithmarschen und für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer; denn die Natur tangiert ein jeden von uns – ein Leben lang.“

20.06.2012
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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