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Umweltschutz trifft auf Kreativität - 15 Schulen erhalten Umweltpreis des Kreises Dithmarschen

HEIDE. Ob Blühwiesen, Insektenhotels, Upcycling oder Erlebnisgarten: Kreativ und abwechslungsreich setzten Dithmarscher Schüler*innen ihre Ideen für den Umweltschutz um. Dafür wurden 15 Schulen mit dem Umweltpreis des Kreises Dithmarschen ausgezeichnet. Die Schulen reichten 17 Projekte ein. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 3.500 Euro vergeben.

Am Dithmarscher Umweltpreis nehmen im Klassenverbund oder als Arbeitsgemeinschaft die Klassenstufen 1 bis 13 der allgemein- und berufsbildenden Schulen teil.


Bereits zum zweiten Mal musste wegen der Pandemie die Preisverleihung mit dem „Markt der Möglichkeiten“ im Kreishaus ausfallen. Aber die Resonanz auf den Wettbewerb war trotz der Einschränkungen sehr gut: 17 Projekte wurden eingereicht – das sind vier mehr als im vergangenen Jahr. Landrat Stefan Mohrdieck betont: „Ich freue mich sehr über die tollen Projekte und die rege Teilnahme. Das inspiriert auch andere, vor der eigenen Haustür mehr für die Umwelt zu tun. Dank der Schüler*innen und Lehrer*innen geht die Natur als größte Gewinnerin aus dem Wettbewerb hervor.“


Die Projektkoordinator*innen Lea Janke und Konstanze Hagge von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen organisierten den Wettbewerb. Lea Janke zieht folgende Bilanz: „Dass der Umweltpreis trotz der schwierigen Corona-Schul-Situation stattfinden konnte, war uns besonders wichtig. Außerdem waren wieder viele Schulen dabei, die Projekte fortgeführt und mit neuen Ideen ergänzt haben.“

Konstanze Hagge fügt hinzu: „Dieses Engagement zeigt, wie wichtig den Schulen die Umweltarbeit ist, die seit mehreren Schüler*innengenerationen weitergeführt wird.“

Jury und Sponsoren – Stützen des Wettbewerbs

Die Jury setzte sich 2021 zusammen aus Hans Detlef Petersen (stellvertretender Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Dithmarscher Kreistages), Johann Waller (Kreisbeauftragter für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen) und Dirk Berking (Kreisfachberater für Natur- und Umweltbildung). Claudia von der Heyde (Schulrätin) und der diesjährige Vertreter der Sponsoren Henning Stahl (Wasserverband Süderdithmarschen), die auch Jurymitglieder sind, konnten dieses Jahr nicht teilnehmen. Da sich die Jury wegen der Corona-Lage die Projekte nicht an den Schulen ansehen konnte, tagten die Mitglieder am 2. Juni 2021 im Kreishaus und begutachteten die Bewerbungen. Für die Präsentation reichten die Schulen Bilder und Beschreibungen ihrer Vorhaben ein.
„Wenn auch anders als bei der Begutachtung an den Schulen vor Ort, hatte die Jury mit den detaillierten und liebevoll gestalteten Unterlagen für die Bewertung eine tolle Entscheidungsgrundlage“, so Lea Janke.

Erstmals in der Jury dabei ist Johann Waller, der seit dem 1. Januar 2021 Kreisnaturschutzbeauftragte des Kreises Dithmarschens ist. Als ehemaliger Lehrer an der Gemeinschaftsschule am Hamberg in Burg kam er bereits mit dem Umweltpreis in Berührung: „In den fast vierzig Jahren, die ich an der früheren Realschule und heutigen Gemeinschaftsschule Burg tätig war, konnte ich erleben, wie motivierend und prägend die Arbeit in Projekten mit Natur- und Umweltschutzinhalten für die Schüler*innen war. Bis heute ist dieser Bereich einer der Schwerpunkte der schulischen Arbeit der Gemeinschaftsschule am Hamberg. Persönlich erinnere ich mich gerne an die Anlage des Schulgartens in Verbindung mit einer Streuobstwiese im Jahr 1981. Die inzwischen zu stattlicher Größe herangewachsenen Bäume sind für mich Sinnbild für die Nachhaltigkeit solcher Projekte.“

Für Johann Waller besitzt der Umweltpreis eine herausragende Bedeutung: „Klimaveränderung und dramatischer Artenschwund sind auch bei uns tagesaktuelle Themen. Gleichzeitig sorgt die immer länger werdende Zeit, die unsere Kinder und Jugendlichen mit der Nutzung der digitalen Medien verbringen, dafür, dass der eigene Kontakt mit der Natur und das Verständnis ökologischer Zusammenhänge immer weniger wird. Umso wichtiger wird daher auch die Rolle der Schulen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Insofern kommt dem Umweltpreis eine hohe Bedeutung zu, als er für die Schulen einen zusätzlichen Anreiz darstellt, entsprechende Projekte für die Schüler*innen anzubieten.“

Sponsoren sind die Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH, der Abwasserverband Dithmarschen, die Stadtwerke Brunsbüttel GmbH, die Stadtwerke Heide GmbH, der Wasserverband Süderdithmarschen, der Wasserverband Norderdithmarschen und
der Zweckverband Wasserwerk Wacken.

„Besonders danke ich der Jury und den Sponsoren für Ihre Unterstützung, ohne die der Umweltpreis nicht stattfinden könnte“, so Landrat Mohrdieck.

Die Jury für den Umweltpreis des Kreises Dithmarschen und die Projektkoordinator*innen (v. l.): Johann Waller (Kreisbeauftragter für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen), Lea Janke (Projektkoordinatorin, Untere Naturschutzbehörde), Dirk Berking (Kreisfachberater für Natur- und Umweltbildung), Konstanze Hagge (Projektkoordinatorin, Untere Naturschutzbehörde) und Hans Detlef Petersen (stellvertretender Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Dithmarscher Kreistages). Foto: Kreis Dithmarschen

Die Jury für den Umweltpreis des Kreises Dithmarschen und die Projektkoordinator*innen (v. l.): Johann Waller (Kreisbeauftragter für Naturschutz bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen), Lea Janke (Projektkoordinatorin, Untere Naturschutzbehörde), Dirk Berking (Kreisfachberater für Natur- und Umweltbildung), Konstanze Hagge (Projektkoordinatorin, Untere Naturschutzbehörde) und Hans Detlef Petersen (stellvertretender Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses des Dithmarscher Kreistages). Foto: Kreis Dithmarschen

Prämierte Umweltprojekte

Die Gewinner*innen teilen sich in drei Altersgruppen auf. Es gab jeweils für den ersten Platz 315 Euro, für den zweiten Platz 190 Euro und für den Sonderpreis 110 Euro Preisgeld.

Gruppe I: Klassenstufe 1 bis 4

Über den ersten Platz freuen sich die Grundschule Burg (Außenstelle Süderhastedt) und die Wulf-Isebrand-Schule (Standort Bunsoh).
Die Grundschule Burg gestaltete ihren Schulgarten zum Erlebnisgarten nach den Sinnen um: Sehen (Bau von Nistkästen, Insektenhotels und Vogelfutterstationen), Riechen (Erweiterung des Kräuterbeets und Aussaat von Duftblumen), Hören (Kunstprojekt), Tasten (Barfußbeet), Schmecken (Ernte und Verkostung) und Bewegung (Kletterbäume).
Die Wulf-Isebrand-Schule wurde für die Pflege und Erweiterung des Schulbiotops ausgezeichnet. Zum Beispiel wurden Hecken gepflanzt und Futterstationen für Eichhörnchen gebaut.
Den zweiten Platz teilen sich die Klaus-Groth-Schule in Heide und die Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Schafstedt).
Die Heider Schüler*innen gestalteten unter dem Titel „Holzzaubereien / natur:verbunden“ aus Holzfunden fantasievolle Figuren. Außerdem gab es zum Umwelttag an der Schule eine Fotoaktion.
Die Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (Schafstedt) verwirklichte im Rahmen des Kreis-Projektes „Plietsch fürs Klima“ Upcycling-Vorhaben wie die Wiederverwendung von Abfall und war der „Natur auf der Spur mit dem Fernglas, der Lupe, dem Mikroskop und dem Fotoapparat“. Außerdem wurden weitere Projekte zum Thema Umweltbewusstsein umgesetzt wie energiesparendes Verhalten und Insekten- und Vogelschutz.
Der Sonderpreis ging an die Grundschule Wesseln und die Grundschule am Klev Eddelak-Buchholz (Buchholz).
Die Grundschule Wesseln wurde für das Projekt „Eine Welt ohne Insekten – geht das?“ ausgezeichnet. Die Kinder beschäftigten sich mit den Insekten auf dem Schulgelände und thematisierten das Insektensterben.
Die Grundschule am Klev Eddelak-Buchholz (Buchholz) erhielt den Preis für Wasser- und energiesparende Anbaumethoden. Die Schüler*innen erforschten verschiedene Gewächshäuserarten wie eine Aquaponikanlage (Fischhaltung und Wassernutzung für den Gemüseanbau in Kombination) oder ein Tunnelgewächshaus.

Gruppe 2: Allgemeinbildende Schulen – Klassenstufe 5 bis 9

Auf dem ersten Platz sind die Schule am Meer (Büsum) und die Gemeinschaftsschule am Brutkamp (Albersdorf).
Die Schule am Meer hat für ihr Projekt „Mut zur Wildnis – Jede Blüte zählt“ die Blühflächen erweitert, die insgesamt 20.000 m² betragen. Auch wurde Saatgut geerntet. Außerdem wurde die Aktion zur Bewegung in der Natur „Fitflex“ (das Wort setzt sich aus Fitness und Welt-Tanz Jerusalema zusammen) initiiert.
Die Gemeinschaftsschule am Brutkamp wurde für verschiedene Projekte wie den Schulgarten, den Schulzoo, die Streuobstwiese, den Schulwald und die Nationalparkecke ausgezeichnet. Neben der Hochbeet- und Tierpflege haben die Schüler*innen zum Beispiel auch Steinhaufen als Sonnenplätze für Tiere angelegt und Bäume gepflanzt.
Über den zweiten Platz freuen sich die Astrid-Lindgren-Schule (Meldorf) und die Klaus-Groth-Schule (Heide).
Die Meldorfer Schüler*innen unterstützen Insekten und Vögel mit kleinen Hilfen. Sie haben für Vögel Futterstationen, Vogeltränken und Nistkästen gebaut. Auch stellten sie „Saatbomben“ und „Saattütchen“ für Insekten her. Außerdem pflegten sie den Schulgarten weiter.
Die Klaus-Groth-Schule hat verschiedene Aktionen wie das Energiesparprojekt, einen Veggieday, Mülltrennung und die Schulhofgestaltung verwirklicht. So benannten die Klassen Schüler*innen zu Energieberater*innen. Es gab ein zusätzliches vegetarisches Mittagsangebot. Papier-Recycling war an der Schule ein Thema. Außerdem wurde das Schulgelände mit bienenfreundlichen Flächen und einem Kräutergarten umgestaltet.
Der Sonderpreis geht an die Friedrich-Elvers-Schule (Heide), die Gemeinschaftsschule Tellingstedt, die Gemeinschaftsschule Meldorf und die Eider-Nordsee-Schule (Wesselburen).
Die Friedrich-Elvers-Schule hat zwei Hochbeete geplant und angelegt. Die Ernte wurde beim gemeinsamen Kochen verarbeitet.
Die Gemeinschaftsschule Tellingstedt startete eine Pflanz- und Saataktion als Ausgleich für gefällte Birken.
Die Schüler*innen an der Gemeinschaftsschule Meldorf untersuchten als „CO2-Checker*innen“ energieeffizienteres Heizverhalten und optimierten die Lüftungsregeln in den Klassenräumen.
Die achte Klasse der Eider-Nordsee-Schule entwickelte Kinderwattspiele für Grundschüler*innen. Auch wurden im Rahmen des Projektes „Plietsch fürs Klima“ Energiechecker*innen ernannt. Zusätzlich wurde der Schulgarten um eine Kräuterspirale erweitert.

Gruppe 3: Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen – Klassenstufe 10 bis 13

Auf dem ersten Platz ist die Schule am Meer (Büsum). Die Jugendlichen arbeiteten die Forscherkisten didaktisch für Unterstufen-Schüler*innen auf. Auch vermitteln die älteren den jüngeren Schüler*innen die Inhalte.
Den zweiten Platz belegt das Gymnasium Brunsbüttel mit einem Projekt zum insektenfreundlichen Schulhof mit u.a. Obstbäumen und einer Wiese. Auch sollen Beete für essbare Pflanzen angelegt werden. Die Schüler*innen haben eine AG gegründet und beziehen die Fünftklässler*innen mit ein, um das Vorhaben langfristig entwickeln zu können.
Die Gemeinschaftsschule am Hamberg (Burg) hat den Sonderpreis für das Projekt „Aktiv im Burger Wald: Laufen und Springen wie ein Tier“ erhalten, das sportliche Aktivität mit Wissenswertem rund um die Tierwelt verbindet. Dafür haben die Schüler*innen Schilder entworfen mit Infos zu Tierbewegungen, die zum Nachmachen anregen sollen.

28.06.2021
Autor/in: Pressestelle
Quelle: Kreis Dithmarschen

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