Drucksache - 2020/0803  

Betreff: Verstetigung Projekt "Plietsch fürs Klima" bzw. Einführung von Energiesparmodellen an Dithmarscher Bildungseinrichtungen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Verfasser:1. Anna Reinker
2. Daniel Weinreich
Federführend:Fachdienst Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung Bearbeiter/-in: Ulich, Erk
Beratungsfolge:
Agrar- und Umweltausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
18.06.2020 
Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses (offen)   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
25.06.2020 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:
 

  1. Die Verstetigung des Projekts "Plietsch fürs Klima" wird begrüßt. Der Fortführung des Projekts in der Zeit vom 01.04.2021 bis 30.09.2023 wird zugestimmt.

 

  1. Die Projektkoordination soll möglichst im Umfang einer 1,0 VK-Stelle erfolgen. Voraussetzung hierfür ist eine 50 %-ige Förderung sowie eine finanzielle Beteiligung der Kooperationspartner mit je 4.000 Euro pro Jahr.

 

  1. Sollte eine Förderung nicht erfolgen, wird unter der Voraussetzung einer finanziellen Beteiligung der Kooperationspartner mit je 4.000 Euro pro Jahr eine Koordinierungsstelle im Umfang von 0,5 VK eingerichtet.

 

  1. Die erforderlichen Kreismittel in Höhe von 16.000 Euro pro Jahr sind in der jeweiligen Haushaltsplanung zu berücksichtigen.
     

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:


1) Ausgangslage
Der Kreis führt seit dem 01.04.2017 das Kooperationsprojekt „Plietsch fürs Klima“ bzw. „Einführung von Energiesparmodellen an Dithmarscher Bildungseinrichtungen“ durch. Am Projekt beteiligen sich folgende Bildungseinrichtungen:

 

Zuständigkeit

Bildungseinrichtung

Typ

Kreis Dithmarschen

Werner-Heisenberg-Gymnasium

Gymnasium

Gymnasium Marne Europaschule

Gymnasium

Meldorfer Gelehrtenschule

Gymnasium

BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (beide Standorte)

Berufsbildungszentrum

Stiftung Mensch

Kita Löwenherz

Kita

Stadt Brunsbüttel

Kita Spatzennest

Kita

Kita Löwenzahn

Kita

Stadt Heide

Klaus-Groth-Schule (beide Standorte)

Grund- und Gemeinschaftsschule

Schulen am Moor Süderholm

Grundschule

Friedrich-Elvers-Schule (Heide)

Förderzentrum

Grundschule Lüttenheid

Grundschule

Gymnasium Heide-Ost

Gymnasium

Gemeinschaftsschule Heide-Ost

Gemeinschaftsschule

Amt Heider Umland

Schulen am Moor Ostrohe

Grundschule

Amt Büsum-Wesselburen

Eider-Nordsee-Schule (Wesselburen)

Gemeinschaftsschule

Friedrich-Elvers-Schule (Wesselburen)

Förderzentrum

Schule am Meer (alle 3 Standorte)

Grundschule, Gemeinschaftsschule,

Gymnasium

Grundschule Wesselburen

Grundschule

Watt’n Kindergarten und Familienzentrum Süderdeich

Kita

Amt KLGn Eider

Eiderschule Dellstedt/Pahlen (beide Standorte)

Grundschule

Eider-Nordsee-Schule (Hennstedt)

Gemeinschaftsschule

Friedrich-Elvers-Schule (Hennstedt)

Förderzentrum

Grundschule Hennstedt

Grundschule

Amt Mitteldithmarschen

Wulf-Isebrand-Schule (beide Standorte)

Grundschule

Förderzentrum Albersdorf

Förderzentrum

Förderzentrum Meldorf

Förderzentrum

Grundschule Bargenstedt-Schafstedt (beide Standorte)

Grundschule

Kindertagesstätte Wichtelhaus

Kita

 

Projektziel ist die Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen für den Klimaschutz. Die Heranwachsenden sollen erleben, dass sie selber die Möglichkeit haben, aktiv einen Beitrag zu leisten. Durch die Kinder und Jugendlichen als Multiplikatoren werden weitere Bevölkerungsschichten erreicht. Das Energiesparmodell stärkt durch eine finanzielle Würdigung des Engagements an den Bildungseinrichtungen die Motivation und erhöht die Wertschätzung.

Das Projekt wird aktuell zu 90 % vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Der vierjährige Förderzeitraum endet am 31.03.2021. Den Eigenanteil von 10 % hat der Kreis Dithmarschen übernommen. Aus den Projektmitteln werden die zwei Vollzeitstellen des Klimaschutzmanagements für Bildung sowie die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit finanziert.

2017 begann das Projekt mit einer Modellphase an der Grundschule Wesselburen und dem Gymnasium Marne. Ab Februar 2018 erfolgte die Projektumsetzung an allen teilnehmenden Bildungseinrichtungen. Im Jahr 2019 war im Durchschnitt eine Verdoppelung der Aktivitäten an den Schulen und Kitas zu verzeichnen. Der Fokus im Jahr 2020 liegt auf der Vorbereitung der Projektfortführung nach Förderende. Dabei werden neue Angebote entwickelt und organisatorische Rahmenbedingungen erarbeitet, aber auch Maßnahmen der ersten Projektjahre fortgeführt. Ziel der Verstetigung ist es, ab April 2021 weiterhin Aktivitäten zum aktiven Klimaschutz an Bildungseinrichtungen stattfinden zu lassen und das Energiesparmodell dauerhaft zu etablieren.

In der derzeitigen gemeinsamen Vereinbarung der Kooperationspartner haben die Träger und die Bildungseinrichtungen bekundet, eine Verstetigung des Projekts nach dem 31.03.2021 anzustreben.


2) Stellungnahme der Verwaltung
Projektkoordination:
Auf dem Netzwerktreffen der Bildungseinrichtungen am 30.09.2019 haben die anwesenden Koordinierenden der Bildungseinrichtungen betont, dass eine über das Energiesparmodell hinausgehende Unterstützung für die Bildungseinrichtungen notwendig ist. Auch die Vertreter*innen der Kooperationspartner auf der Trägerversammlung am 26.02.2020 sahen Unterstützungsbedarf. Anhand eigener Ideen und des Inputs von den Bildungseinrichtungen wurde erarbeitet, welche Aufgaben für das Fortbestehen der Aktivitäten an den Bildungseinrichtungen unbedingt notwendig sind. Die wichtigsten Anforderungen sind demnach:

 

  • Koordination des Gesamtprojekts mit 35 Einrichtungen und acht Kooperationspartnern

 

  • Aufnahme weiterer Bildungseinrichtungen

 

  • Pädagogische Unterstützung der Bildungseinrichtungen vor Ort, gemeinsame Veranstaltungen sowie Beratung und systematische Zuarbeit

 

  • Öffentliche Darstellung des Projekts

 

Das Energiesparmodell bietet den Bildungseinrichtungen insbesondere Motivation und Wertschätzung. Erfahrungen aus anderen Regionen zur Weiterführung von Klimaschutzaktivitäten an Bildungseinrichtungen (u. a. Stadt Hannover, Landkreis Ludwigslust-Parchim) zeigen, dass ohne die oben aufgeführten Aufgaben die Aktivitäten an den Bildungseinrichtungen deutlich abnehmen. Diese Unterstützung ist in Anbetracht der Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung wichtig, da die Bildungseinrichtungen oft personell unterbesetzt sind, sie zahlreiche Aufgaben und Projekte haben und sich die aktiven Pädagog*innen meistens über ihre eigentlichen Kernaufgaben hinaus und ohne entsprechendes Hintergrundwissen engagieren. Auch gibt es in Dithmarschen nahezu keine externen Angebote zum Klimaschutz im Bildungsbereich.

 

Deswegen wurden die obenstehenden Aufgaben auch von den Kooperationspartnern als unverzichtbar eingeordnet. Diese sind aus fachlichen und personellen Gründen nicht in der Lage, die Aufgaben selber zu erfüllen, so dass es einer zentralen Unterstützung bedarf. Aufbauend auf den bereits entstandenen Strukturen sowie durch Kürzungen und Priorisierungen des bisherigen Angebots können diese im Folgeprojekt von einer Vollzeitstelle durchgeführt werden. Die Kosten dafür liegen bei insgesamt rund 80.000 Euro jährlich:

 

  • Personalkosten: 1 VK-Stelle EG 11, Stufe 2 ca. 5.100,00 Euro pro Monat und 66.000,00 Euro im Jahr

 

  • Veranstaltungs- und Sachkosten: 14.000 Euro pro Jahr

 

Die Vertreter*innen der Kooperationspartner haben auf der Trägerversammlung 2020 die für die 1,0 VK Stelle geplanten Aufgaben des Klimaschutzmanagements als unverzichtbar eingeordnet. Bei einer weiteren Kürzung der Aufgaben könne das Projekt nicht in der vorgesehenen Form fortgeführt werden.

 

Die Verwaltung empfiehlt, diese Stelle erneut beim Kreis Dithmarschen anzusiedeln, so dass der kreisweite Projektcharakter erhalten bleibt und die bisherigen Strukturen genutzt werden können.

 

 

Empfehlung mit externer Förderung:

Als Finanzierungsmodell haben die Vertreter*innen der Kooperationspartner auf der Trägerversammlung einige Modelle diskutiert. Vorgeschlagen wurde ein Modell mit einer unbürokratischen, solidarischen Kostenaufteilung zwischen den sechs beteiligten Ämtern und Städten (30 %) sowie dem Kreis Dithmarschen (20 %). Dieses entspricht voraussichtlich folgenden jährlichen Kosten für die Partner:

 

1)   40.000 Euro  Förderung (50 %)

2)   16.000 Euro  Kreis Dithmarschen (20 %)

3)   Je 4.000 Euro pro Stadt bzw. Amt (5 %)

 

Zu 1) Eine erneute Förderung über die Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ist nicht möglich. Eine anderweitige zweieinhalbjährige Förderung durch z. B. die AktivRegionen Dithmarschen und Eider-Treene-Sorge wird angestrebt. Die Verwaltung empfiehlt, einen entsprechenden Antrag durch das Klimaschutzmanagement für Bildung zu stellen.

 

Zu 2) Der überproportionale Anteil des Kreises von 20 % im Vergleich zu den anderen Trägern mit je 5 % wird wie folgt begründet:

 

-          Die kreisweite Einführung und Koordinierung von Energiesparmodellen ist einzigartig und modellhaft in Schleswig-Holstein.

-          Der Kreis ist selbst als Träger von drei Gymnasien und des BerufsBildungsZentrums an dem Vorhaben beteiligt.

-          Der Kreis übernimmt eine Vorbildfunktion im Klimaschutz. Die erfolgreiche Maßnahme aus dem Klimaschutzkonzept wird fortgesetzt und die bereits erarbeiteten Angebote bleiben erhalten. Zudem erreichen die neuen, inhaltlich erweiterten Unterstützungsangebote weitere Kinder und Jugendliche.

 

Zu 3) Voraussetzung für den Projektfortgang ist ein Beschluss der Entscheidungsgremien der übrigen sechs Kooperationspartner (Ämter und Städte) über die Mitfinanzierung der gemeinsamen Betreuung für den geplanten Projektzeitraum.

Das Einvernehmen der jeweiligen Bildungseinrichtungen ist Voraussetzung für die Durchführung des Projektes. Weitere Bildungseinrichtungen der kooperierenden Träger können in das Projekt einsteigen. Zusätzliche Träger von Bildungseinrichtungen können dem Projekt mit einer finanziellen Beteiligung beitreten.

Alternativ-Empfehlung ohne eine Förderung:
Ohne eine Förderung wird die Projektkoordination ausschließlich aus den nicht erhöhten Mitteln des Kreises (16.000 Euro) und der sechs Städte bzw. Ämtern (je 4.000 Euro) getragen. Aus diesen Mitteln könnte eine 0,5 VK Stelle geschaffen werden.

 

Das Projekt würde dadurch weiterhin kreisweit bestehen bleiben. Mit einer 0,5 VK könnte eine Fortführung der Gesamtkoordination des Projekts und die Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen umgesetzt werden und somit ein Mehrwert für die Bildungseinrichtungen entstehen. Die von den Kooperationspartnern und Bildungseinrichtungen als notwendig erachtete persönliche Unterstützung aller teilnehmenden Bildungseinrichtungen vor Ort wäre mit den Ressourcen einer halben Stelle nur eingeschränkt realisierbar. Dies gilt auch für die Öffentlichkeitsarbeit, die Weiterentwicklung des Projekts und die Aufnahme weiterer Bildungseinrichtungen.
 

Sofern die zentrale Koordination des Projektes „Plietsch fürs Klima“ nach Förderende im März 2021 vollständig entfällt, ist aufgrund von Erfahrungen aus anderen Regionen die dauerhafte Weiterführung des Energiesparmodells durch die Träger der Bildungseinrichtungen nicht wahrscheinlich.

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

X

 in HH-Planung 2021

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

51110

Produkt-Name

Räumliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten – strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

X

Stellenmehrbedarf:  1,0 VK, EG 11 (bzw. Entfall des kw-Vermerks bei einer der vorhandenen Stellen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Anlagen   -