Drucksache - 2021/1006  

Betreff: Zukunftsfähige Weiterentwicklung der Astrid-Lindgren-Schule Meldorf
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:LKVD/Geschäftsbereichsleitung Bau, Wirtschaft, Ordnung, Umwelt Bearbeiter/-in:LKVD Rüsen, Christian
Beratungsfolge:
Finanzausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
27.05.2021 
Sitzung des Finanzausschusses zurückgestellt   
06.09.2021 
Sitzung des Finanzausschusses (offen)   
Schul- und Kulturausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
31.05.2021 
Sitzung des Schul- und Kulturausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
09.09.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   
Finanzausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Grundriss An- und Umbau ALS Bruhnstraße  

Beschlussvorschlag:
 

  1. Den beabsichtigten An- und Umbaumaßnahmen am Standort Bruhnstraße der Astrid-Lindgren-Schule („Neubau“) in Meldorf mit einem Gesamtvolumen von 3,7 Mio. Euro wird zugestimmt. Die erforderlichen Haushaltsmittel sind im Rahmen der Haushaltsberatung einzuwerben.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, zur Verbesserung der beengten Raumsituation am Standort Eescher Weg („Altbau“) im benachbarten Gebäude Räumlichkeiten von der Stiftung Mensch anzumieten.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit dem Schulverband Meldorf Gespräche über den Erwerb des Grundstücks der ehemaligen Hauptschule in Meldorf zu führen.

 

  1. Weiterhin wird die Verwaltung beauftragt, in enger Abstimmung mit der Schulleitung der Astrid-Lindgren-Schule eine Verlegung des Standorts Eescher Weg („Altbau“) an den Standort der ehemaligen Hauptschule in Meldorf zu planen. Im Rahmen dieser Planung sollen als Varianten a) der Um- und Ausbau des vorhandenen Schulgebäudes und b) der Neubau am Standort des vorhandenen Schulgebäudes geprüft werden.

 

  1. Die Planungen einschließlich einer ersten Kostenschätzung sind dem Kreistag nach Vorberatung im Schul- und Kulturausschuss und im Finanzausschuss zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen.

 

 


 

Sachverhalt:

 

1.  Hintergrund

 

Die Astrid-Lindgren-Schule (ALS) ist das Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung des Kreises Dithmarschen. Sie ist die Schule für Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung oder einer Mehrfachbehinderung. Zudem arbeitet sie als sonderpädagogisches Förderzentrum im präventiven und integrativen Bereich.

 

An dieser ersten und gleichzeitig zweitgrößten Schule ihrer Art in Schleswig-Holstein arbeiten u. a. Sonderschullehrer*innen, Erzieher*innen, Kinderpfleger*innen, sozialpädagogische Assistent*innen, Heilpädagog*innen, Fachlehrer*innen, Sportlehrer*innen, Pflege- und Betreuungskräfte und junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr in Teams zusammen.

 

Die 251 Schüler*innen werden in 25 Klassen unterrichtet; sie erhalten mindestens 29 Stunden Unterricht in der Woche.

 

Das Grundprinzip des Lernens stellt der durch Aspekte offener Lernformen ergänzte ganzheitliche Unterricht dar. An der individuellen Leistungsfähigkeit und den Lernmöglichkeiten des Kindes orientierte Leistungsanforderungen werden mit einem lebendigen Schulleben verbunden. Lebenspraktisches Lernen, die Förderung der Persönlichkeitsbildung und die Vermittlung von Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) dienen der Selbstverwirklichung in sozialer Integration.

 

Die ALS kooperiert u. a. mit den örtlichen Regelschulen. Sie ist eine Offene Ganztagsschule.

 

2.  Aktuelle räumliche Unterbringung

 

Der Unterricht der ALS erfolgt aktuell in zwei Gebäuden: Im Hauptgebäude am Eescher Weg befinden sich die meisten Klassenräume. Hier werden aktuell 143 Schüler*innen unterrichtet. Die älteren Jugendlichen werden im Neubau in der Bruhnstraße unterrichtet (aktuell 108 Schüler*innen).

 

a) Hauptgebäude am Eescher Weg („Altbau“)

 

Das Hauptgebäude am Eescher Weg („Altbau“) stammt aus dem Jahr 1970. In den Jahren 2009 und 2011 wurden Anbauten errichtet. Es hat eine Brutto-Grundfläche von 3.819 m². Trotz fortlaufender Unterhaltung besteht weiterhin Renovierungsbedarf.

 

Neben Klassenräumen und einem Werkraum für Holz- und Metallarbeiten sowie einem Tonwerkraum gibt es im Altbau besondere Räume, wie z. B.

 

  • den Snoezelenraum, in dem gezielt die Sinneswahrnehmungen Sehen, Hören, Fühlen, Gleichgewichtssinn und Tiefensensibilität angeregt werden,
  • den Matschraum, in dem die visuelle und akustische Wahrnehmung, aber auch die eigene Körperwahrnehmung gefördert werden,
  • einen Aktionsraum für Schüler*innen mit einem erhöhten Förderbedarf im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung oder
  • zwei Einzelförderräume für Kinder mit speziellen Bedürfnissen (z.B. Kinder mit intensivem Assistenzbedarf oder einem hohen Förderbedarf im sozial-emotionalem Bereich).

 

Darüber hinaus sind im Altbau eine Lehrküche mit angeschlossenem Speiseraum, zwei Turnhallen, die gemeinsam mit der benachbarten Stiftung Mensch genutzt werden und sich im Eigentum der Stiftung befinden, und die Schulverwaltung untergebracht.

 

Die Klassenräume sind für ca. 9 Personen ausgelegt. Aufgrund der stetig steigenden Schülerzahl und der veränderten Assistenzbedarfe (neben der Lehrkraft und der Assistenzkraft sind vielfach individuell erforderliche Schulbegleiter*innen anwesend) sind die Raumverhältnisse in vielen Klassenräumen sehr beengt. Zurzeit sind ca.13 Personen in einem Klassenraum im Altbau untergebracht (9-10 Schüler*innen plus 3-4 Lehrkräfte/Betreuer*innen).

 

b) Gebäude in der Bruhnstraße („Neubau“)

 

Das Gebäude in der Bruhnstraße („Neubau“) ist im Jahr 2003 errichtet worden. Es hat eine Brutto-Grundfläche von 1.907 m².

 

In diesem Gebäude sind neben Klassenräumen und zwei Werkräumen für Holz- und Metallarbeiten ein Psychomotorikraum, der mit einen Therapie-Spiegel, einer Kletterwand und einer Deckenheizung ausgestattet ist. An der Decke des Raumes sind mehrere Träger angebracht, so dass Schaukeln, Hängematten und Kletternetze im ganzen Psychomotorikraum aufgehängt werden können. Dieser Raum wird vor allem für motorische Angebote, Rollstuhltanz, Einzelförderung und musikalische Angebote genutzt.

 

Im Neubau gibt es keine eigene Turnhalle; es wird die benachbarte Turnhalle des BBZ Dithmarschen mitbenutzt.

 

Im Neubau sind die Raumverhältnisse besonders beengt. Bei einer Klassenraumgröße von 36 qm beträgt die Klassenstärke 11-13 jugendliche Schüler*innen im Alter zwischen 13-18 Jahren pro Klasse. Hinzu kommen Klassenleitung, eine weitere pädagogische Kraft sowie in der Regel ein manchmal zwei FSJler*innen. In einigen Klassen ist ein*e Schüler*in mit intensivem Assistenzbedarf im Rollstuhl, der*die durch den Rollstuhl einen besonders hohen Platzbedarf hat. Insgesamt also 14-17 jugendliche und erwachsene Personen, so dass spezielle Förderung in Fachräumen bzw. auf den Fluren oder im Bereich der Eingangshalle erfolgen muss.

 

In Verbindung mit der erforderlichen Möblierung (Tische, Stühle, Schränke) ergibt sich eine unhaltbar beengte Raumsituation: Es ist nicht möglich, sich in dem Raum frei zu bewegen.  Zeitgemäße Unterrichtsformen wie Gruppenarbeit, Zusammenarbeit in wechselnde Teams, Lernen an Stationen, Besprechungen im Stuhlkreis sind im Alltag faktisch nicht möglich oder nur unter sehr erheblichem Aufwand zum Beispiel müssen zuvor Tische auf den Flur gestellt werden.

 

r Schüler*innen im Rollstuhl ist die Mobilität im besonderen Maße eingeschränkt. Sie sind in der Regel im Laufe eines Schultages auf Lageveränderungen angewiesen, zum Beispiel Phasen des Ruhens auf einer speziellen Liege (die auch Platz beansprucht), des Sitzens auf einem Sitzsack o.ä. Dies ist in keiner Klasse zurzeit räumlich auch nur annähernd gut realisierbar.

 

Alle Schüler*innen benötigen zeitweise diejenigen mit intensivem Assistenzbedarf durchgehend in Alltagssituationen und beim Lernen individuelle Assistenz, auch dies geht mit einem erhöhten Platzbedarf einher, indem sich z.B. jemand dazusetzt und Hilfestellungen leistet. Teilweise ist das nur möglich, indem auf den Flur ausgewichen wird.

 

Raum für die Präsentation von Arbeitsergebnissen oder Anschauungsmaterialien zu den jeweiligen Unterrichtsthemen ist in dieser Situation nicht gegeben. Hinzu kommt, dass die räumliche Beengtheit auch im sozialen Bereich zu einem Stressfaktor werden kann, etwa wenn es schwieriger wird, sich „aus dem Weg“ zu gehen, eine insbesondere in der Phase der Pubertät ungünstige Situation.

 

3. Kooperationsprojekte der ALS

 

Um ihren Schüler*innen Kontakte und Begegnungsmöglichkeiten zu Schüler*innen anderer Schulen oder auch zu jüngeren Kindern zu ermöglichen, besteht eine Kooperation der ALS mit anderen Schulen (wie der Meldorfer Gelehrtenschule, dem BBZ Dithmarschen oder der Grundschule Meldorf) und auch mit Kindergärten.

 

Besonders enge Kooperationen bestehen seit vielen Jahren mit der Meldorfer Gelehrtenschule und dem Standort Meldorf des BerufsBildungsZentrums Dithmarschen.

Die Zusammenarbeit besteht u.a. in wechselseitigen Besuchen mit gemeinsamem Frühstück und Spiel-, Bastel- oder Backaktivitäten, gemeinsamem Sportunterricht, gemeinsamen Ausflügen, Klassenfahrten und Projekten.

 

Ein Schwerpunkt der Kooperation mit der Meldorfer Gelehrtenschule besteht in der Vorbereitung und Teilnahme an den Special Olympics in diversen Sportarten bis hin zu „Unified Teams“ (Schüler*innen aus beiden Schulen zusammen in einem Team) und Fußball- oder Basketball-AGs, Segel-AG, Theaterprojekten, einem Steinzeit- und einem Weltallprojekt. Gemeinsame Sponsorenläufe wurden in der Meldorfer Innenstadt und auf umliegenden Feldwegen durchgeführt. In früheren Jahren haben die Bigband der MGS und „Astrids Enkel“, die Schülerband der Astrid-Lindgren-Schule, kooperiert. Weitere Kooperationen im musischen Bereich sind angedacht.

 

Der Standort Bruhnstraße der ALS bietet durch die räumliche Nähe zum BBZ viele Möglichkeiten der Kooperation:

Durch die Nutzung derselben Sporthalle haben sich über Begegnungen im Schulalltag bereits viele spontane Kooperationen ergeben, zum Beispiel in gemeinsamen Sportstunden. 

Eine gemeinsame Beschulung wurde in der Vergangenheit im Projekt „Bambi“ realisiert (Schüler*innen beider Schulen wurden in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet). Aktuell geplant ist gemeinsamer berufskundlicher Unterricht, der jedoch durch die Corona-Pandemie in diesem Schuljahr noch nicht möglich war. In den Bereichen „Metall“ und „Garten-Landschaftsbau“ sollen Schüler*innen beider Schulen gemeinsam an einem Vormittag in der Woche zusammenarbeiten. Eine besondere Bereicherung für die ALS ist hier die kooperative Nutzung der Metallwerkstatt des BBZ, die sich ebenfalls in der Bruhnstraße befindet. Die Schüler*innen des BBZ erhalten im Gegenzug die Möglichkeit, Erfahrungen im ökologischen Schulgarten der ALS in Bargenstedt zu sammeln.

 

4.  Überlegungen zur Entwicklung der Astrid-Lindgren-Schule

 

a) Überlegungen der ALS zur zukunftsgerichteten Entwicklung

 

Die ALS setzt sich für die Kooperation mit anderen Schulen, vor allem den Meldorfer Schulen, ein und strebt eine gelebte Inklusion vor Ort an. Dazu bietet sich im Zusammenhang mit der beruflichen Orientierung die bestehende Nachbarschaft mit dem BBZ an, ebenso die Lage des Gebäudes der ehemaligen Hauptschule direkt neben der langjährigen Partnerschule MGS. Die Gemeinschaftsschule und das Förderzentrum Süderdithmarschen sowie die großen Sportstätten sind ebenfalls nur kurze Fußwege entfernt. Auch die Nähe zur Innenstadt ermöglicht die unkomplizierte Teilnahme am Stadtleben. Neben den geplanten Kooperationen werden „unstrukturierte“, ungeplante Begegnungen von Schüler*innen auf dem Schulhof, in der Mensa oder auf den Wegen angestrebt entsprechendes gilt für die Lehrkräfte.

 

Die bauliche Situation sollte barrierefrei, ökologisch und energetisch auf dem neuesten Stand sein. Eine flexible Raumgestaltung (mit bewegbaren Wänden, Möbeln etc.), die Ausstattung mit besonderen Hilfsmitteln (z.B. Trägern an der Decke für Schaukeln, Hüpfhose, Laufschiene etc.) sowie die für die Schüler*innen sehr förderliche Digitalisierung sind grundlegend.

 

r diese Anforderungen ist es unumgänglich, die räumliche Unterbringung der Schule den heutigen modernen Standards anzupassen.

 

b) Überlegung zur Verlegung der ALS an den Standort der ehemaligen Hauptschule Meldorf

 

Bekanntlich hat der Schulverband Meldorf beschlossen, die Gemeinschaftsschule Meldorf am Standort der ehemaligen Realschule zu konzentrieren und an dieser Stelle einen Anbau an das Bestandsgebäude zu realisieren. Nach der Umsetzung wird das unmittelbar an das Grundstück der Meldorfer Gelehrtenschule angrenzende Grundstück mit dem vorhandenen Schulgebäude (ehemalige Hauptschule) frei werden. Vor dem Hintergrund der guten Kooperationsbeziehungen zwischen der ALS und der Meldorf Gelehrtenschule gab es erste Überlegungen, ob das Gebäude bzw. das Grundstück für die ALS genutzt werden kann.

 

Im Rahmen der Beratung und Beschlussfassung über die Priorisierung der Bauvorhaben des Kreises (siehe Drucksache 2020/0742) wurde diese Überlegung unter dem Stichwort „Campuslösung Meldorf“ aufgegriffen (siehe nachstehenden Auszug aus der Beschlussvorlage):

 

2.12 Campuslösung Meldorf (Astrid-Lindgren-Schule Meldorfer Gelehrtenschule)

 

Beschluss:

Diskussion und Meinungsbild im HA am 04.09.2018

Bauvolumen:

noch unbekannt

Aktueller Status:

Vorüberlegungen, Abstimmungsgespräche

Voraussichtliche Fertigstellung:

Mitte 2032

Voraussichtlicher Maßnahmenabschluss:

Mitte 2033

 

Es hat bereits eine erste Begehung des Schulgebäudes der Gemeinschaftsschule Meldorf durch das Gebäudemanagement des Kreises stattgefunden.

 

c) Votum der Schulleitung zur Beibehaltung des Standorts an der Bruhnstraße

 

Im Zuge der weiteren internen Überlegungen der Verwaltung wurde die Frage aufgeworfen, ob bei der Campuslösung eine Zentralisierung der gesamten ALS auf dem Campus geplant werden sollte.

 

Die Schulleitung spricht sich jedoch dafür aus, den Standort an der Bruhnstraße in unmittelbarer Nähe des BBZ in Meldorf beizubehalten. Zum einen besteht mit dem BBZ eine enge Zusammenarbeit im beruflichen Bereich. Das benachbarte BBZ ist für die Schüler*innen der ALS sehr gut und einfach zu erreichen.

 

Zum anderen stellt der Wechsel aus dem Hauptgebäude an den Standort Bruhnstraße für die Jugendlichen, die in ihrer Schullaufbahn nicht von der Grundschule auf eine weiterführende Schule wechseln, einen „Schulwechsel“ dar, der für die Entwicklung der Jugendlichen eine große Bedeutung hat.

 

d) Weitere Überlegungen zum Standort Eescher Weg

 

Eine weitere Überlegung wurde zum aktuellen Standort der ALS am Eescher Weg angestellt:

 

Im Zuge der Planungen der Stiftung Mensch zur Veränderung der eigenen Standorte hat die Stiftung ihre Bereitschaft signalisiert, das unmittelbar an die ALS angrenzende Gebäude der Stiftung am Eescher Weg zur Nutzung für die ALS an den Kreis zu veräern. Lediglich eine Halle und einige Nebenräume, die weiterhin von der Stiftung benötigt werden, würden dann von der Stiftung zurückgemietet werden.

 

In diesem Zusammenhang wurde von der Verwaltung erwogen, ob ein Neubau für die ALS an ihrem aktuellen Standort am Eescher Weg unter Einbeziehung des Grundstücks der Stiftung Mensch errichtet werden könnte. Dies würde eine sukzessive Erneuerung der Schule ermöglichen.

 

Diese Lösung wäre aus Sicht der Schulleitung jedoch nicht optimal, da sie anders als die Campus-Lösung die angestrebte stärkere Kooperation mit den anderen Schulen nicht ermöglichen würde. Auch wäre der Standort an der Gemeinschaftsschule Meldorf innenstadtnäher als der aktuelle Standort. Das Einkaufen oder der Gang auf den Markt müsste dann wie heute auch weiterhin mit Bussen organisiert werden, während diese Elemente des lebenspraktischen Unterrichts vom Campus aus zu Fuß und damit häufiger erfolgen könnten.

 

5.  Bewertung und Vorschlag zum weiteren Vorgehen

 

Die Verwaltung kann die Überlegungen der Schulleitung vollumfänglich nachvollziehen und unterstützt diese:

 

Der Standort an der Bruhnstraße sollte aufgrund der Nähe des BBZ Dithmarschen und des mit dem Standortwechsel ermöglichten „Schulwechsels“ erhalten bleiben.

 

Zudem ermöglicht eine Ansiedlung der im heutigen Altbau am Eescher Weg untergebrachten Klassen im zukünftig frei werdenden Gebäude der Gemeinschaftsschule mit einer größeren Nähe zur Gemeinschaftsschule Meldorf und zur Meldorfer Gelehrtenschule eine engere Kooperation der Schulen, die als Schritt auf dem Weg der Inklusion zu begrüßen ist.

 

Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung zum weiteren Vorgehen Folgendes vor:

 

a) Kurzfristige Realisierung eines An- und Umbaus des Gebäudes an der Bruhnstraße

 

Als vordringlichste Maßnahme ist das Gebäude an der Bruhnstraße umzubauen und durch einen Anbau zu erweitern, um die beengten Verhältnisse in den Klassenräumen deutlich zu entspannen.

 

Diese Maßnahme war zwischen der Schulleitung und der Verwaltung bereits seit längerer Zeit übereinstimmend als notwendig bewertet worden. Vor dem Hintergrund der offenen Frage, ob ggf. eine komplette Konzentration der ALS an einem Standort erfolgen sollte, ist die Realisierung jedoch zurückgestellt worden.

 

Mit einer Entscheidung über die Beibehaltung des Standorts an der Bruhnstraße sollte der An- und Umbau des Gebäudes ohne weitere zeitliche Verzögerung in Angriff genommen werden.

 

Der Anbau könnte in Verlängerung des südlichen Gebäudeteils erfolgen. Geplant sind sechs Klassenräume in einer Größe von jeweils 62,5 qm sowie Sanitäranlagen. Der Anbau würde im Standard dem Bestandsgebäude angeglichen werden unter Berücksichtigung der vom Kreistag beschlossen energetischen Anforderungen.

Die vorgesehenen Umbaumaßnahmen im Bestandsgebäude betreffen die zu kleinen Klassenräume. Durch Zusammenlegung entstehen aus den vorhandenen neun Klassenräumen sechs verschieden große Klassenräume. Zusammen mit sechs weiteren, neuen Klassenräumen im Anbau werden dann insgesamt 12 Klassenräume zur Verfügung stehen. Die kleineren Klassenräume können auch für andere Zwecke genutzt werden, u. a. für die Kleingruppenförderung der Schüler*innen mit intensivem Assistenzbedarf.

Eine Grundrisszeichnung, die auf früheren Vorplanungen beruht, ist dieser Beschlussvorlage als Anlage angefügt.

Nach einer ersten Kostenschätzung belaufen sich die Kosten der An- und Umbaumaßnahme auf insgesamt 3,7 Mio. Euro.

 

b) Planung der Varianten am Standort des zukünftig frei werdenden Gebäudes der Gemeinschaftsschule Meldorf

 

r die perspektivische Verlagerung der am Standort Eescher Weg untergebrachten Klassen an den zukünftig freiwerdenden Standort der Gemeinschaftsschule Meldorf sind zum einen Gespräche mit dem Schulverband Meldorf über einen Grundstückserwerb zu führen. Zum anderen sollte ein neuer Schulstandort auf dem Campus in Meldorf in enger Abstimmung mit der Schulleitung der Astrid-Lindgren-Schule erfolgen. Im Rahmen dieser Planung sollten als Varianten a) der Um- und Ausbau des vorhandenen Schulgebäudes und b) der Neubau am Standort des vorhandenen Schulgebäudes geprüft werden.

 

c) Interimslösung: Verhandlung mit Stiftung Mensch zur Anmietung

 

Zur Verbesserung der beengten räumlichen Verhältnisse am Standort Eescher Weg sollte eine Anmietung von Räumlichkeiten der Stiftung Mensch erfolgen und diese sollten für die schulischen Zwecke hergerichtet werden.

 

Da nach der vom Kreistag beschlossenen Priorisierung der Baumaßnahmen des Kreises eine Fertigstellung der Campuslösung nicht vor Mitte 2033 zu erwarten ist, ist der zusätzliche finanzielle Aufwand für die Interimslösung zur dringend erforderlichen Entlastung der aktuellen räumlichen Situation der ALS am Eescher Weg gerechtfertigt, selbst wenn sich im Rahmen der derzeitigen Überarbeitung der Prioritätenliste eine mögliche frühere Fertigstellung abzeichnen sollte.

 

6. Finanzielle Auswirkung

 

r den An- und Umbau des Schulgebäudes an der Bruhnstraße werden investive Mittel in Höhe von 3,7 Mio. Euro erforderlich. Die entsprechenden Haushaltsmittel sind im Rahmen der Beratungen über den Haushalt 2022 einzuwerben.

 

Die finanziellen Auswirkungen einer Ansiedlung der ALS auf dem frei werdenden Gelände der Gemeinschaftsschule Meldorf und der Anmietung von Räumlichkeiten der Stiftung Mensch (einschließlich erforderlicher Umbaukosten) können aktuell noch nicht beziffert werden.


 


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

X

 (s. o. Punkt 6)

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

22110

Produkt-Name

Astrid-Lindgren-Schule

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

x

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen

  1. Grundrisszeichnung des Um- und Anbaus des Gebäudes an der Bruhnstraße  

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Grundriss An- und Umbau ALS Bruhnstraße (1051 KB)