Drucksache - 2021/0998-1  

Betreff: Digitale Bildung (gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP); hier: Stellungnahme der Vewaltung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Informationsvorlage
  Bezüglich:
2021/0998
Federführend:Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht Bearbeiter/-in: Bienek, Tanja
Beratungsfolge:
Finanzausschuss Information
27.05.2021 
Sitzung des Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Schul- und Kulturausschuss Information
31.05.2021 
Sitzung des Schul- und Kulturausschusses geändert beschlossen   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Information
10.06.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen (offen)   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

 

  1. Sachstand der Digitalisierung an den Kreisschulen

 

Zum Sachstand der Digitalisierung an den Kreisschulen wird auf den Bericht der Verwaltung zur Sitzung des Schul- und Kulturausschusses am 08.03.2021 (Drucksachen-Nr. 2021/0993) verwiesen.

 

 

  1. Stellungnahmen der Schulleitungen der kreiseigenen Schulen zum Antrag „Digitale Bildung“

 

Zum gemeinsamen Antrag „Digitale Bildung“ der Fraktionen SPD, CDU und FDP hat die Verwaltung die Schulleitungen der kreiseigenen Schulen um eine Einschätzung des Sachverhalts gebeten.

 

Die verschiedenen von den Schulen genannten Aspekte können als Diskussionsgrundlage für die Beratungen in den politischen Gremien dienen.

 

Grundsätzlich wird die Initiative der Antragsteller von allen Schulleitungen begrüßt. Aus den Informationen, die der Verwaltung vorliegen, ist erkennbar, dass jede Schule nach eigenen pädagogischen Ansätzen eine Ausstattung der Schüler*innen mit Endgeräten wünscht.

 

Um einen Überblick über die verschiedenen Wünsche und Planungen der Schulen zu erhalten, werden im Folgenden einige Auszüge aus den vorliegenden Einschätzungen der Schulen dargestellt:

 

BerufsBildungsZentrum Dithmarschen (BBZ):

Der vorliegende Antrag „Digitale Bildung“ wird begrüßt.

 

Im Medienkonzept des BBZ Dithmarschen ist eine 1:1-Ausstattung der Schüler*innen mit digitalen Endgeräten auf mittlere Sicht als wünschenswert dargestellt. Frau Schulleiterin Raguse hat diese Ausführungen noch einmal konkretisiert und mitgeteilt, dass die Schule jede*n Einzelne*n der Lernenden mit entsprechenden Geräten ausstatten möchte.

 

Eine technisch-administrative Verwaltungsinfrastruktur besteht bereits im BBZ, so dass eine eigenverantwortliche Beschaffung und Einbindung der IT-Infrastruktur von Seiten der Schule gewünscht werde und die Unterstützung eines Dienstleisters nicht erforderlich sei.

 

Das BBZ verfügt bereits über 380 Endgeräte. Somit besteht zurzeit im Vollzeitbereich des BBZ ein Bedarf an 770 Endgeräten.

 

Meldorfer Gelehrtenschule (MGS):

Im Rahmen der Corona-Erfahrungen im Jahr 2020 wurde die Versorgung der Schüler*innen mit Endgeräten durch ein elternfinanziertes Konzept initiiert, das in den 9. Klassen im Schuljahr 2021/22 umgesetzt werden soll. Die Fortsetzung ist bei Erfolg 2022/23 in den neuen 8. und 9. Klassen, 2023/24 in den neuen 7. und 8. Klassen geplant. Allerdings ausdrücklich unter Beibehaltung des fundamentalen analogen Arbeitens mit Anspruch insbesondere in der Orientierungsstufe.

 

Der von der Schulkonferenz eingesetzte Fachkreis IT aus Lehrkräften, Eltern und Schüler*innen begrüßt den vorliegenden Antrag, plädiert aber dafür, dass die Schulen nach den eigenen Programmen vorgehen können. Wünschenswert wäre es zudem, wenn der Schulträger alle Aufgaben der Bereitstellung und des Betriebs der Geräte und der Infrastruktur leisten würde.

 

Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG):

Das Konzept des WHG zur Ausstattung der Schüler*innen mit digitalen Endgeräten sieht grob zusammengefasst wie folgt aus:

 

Klassen 5 – 8:  Zugang zu einem digitalen Endgerät (kein Handy) im Elternhaus.

   In der Regel kein eigenes digitales Endgerät in der Schule (quasi                                           Nutzungsverbot mit Ausnahmen bei Referaten, Projekten, etc.)

Klassen 9 – 13: Eigenes mobiles digitales Endgerät (kein Handy) zu Hause und in                                           der Schule.

 

Der Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP wird begrüßt. Allerdings wird mehr Flexibilität zur Umsetzung der eigenen pädagogischen Ziele gewünscht.

 

Im Rahmen des Konzepts des WHG wäre eine Ausstattung ab Klasse 9 zunächst ausreichend. Die unteren Klassen könnten für Zuhause im Falle der Bedürftigkeit weiterhin auf die 90 Leihgeräte aus dem Digitalpakt II zurückgreifen. In der Schule wären für die unteren Klassen weitere „iPad-Koffer“ oder ähnliches sehr hilfreich.

 

Ein Headset sowie ein Drucker werden nicht für notwendig erachtet. Ein Drucker wird beim Übergang zur papierarmen Schule als Schritt in die falsche Richtung gesehen. Ein in der Schule stationierter Drucker/Kopierer für alle Schüler*innen wäre sehr viel hilfreicher. Wichtige Zubehör bei einem Tablet seien Stift und Schutzhülle.

 

Die Lehrkräfte des WHG verfügen bereits über Dienstgeräte.

 

Gymnasium Marne:

Der Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP wird begrüßt.

 

Am Gymnasium Marne sind bereits iPads als digitale Endgeräte im Einsatz. Einige Geräte werden bereits im Unterricht eingesetzt. In der langen Phase des Distanzunterrichtes sind einige dieser Geräte an Familien ausgeliehen worden, die sich anderweitig kein für die Teilnahme am Distanzunterricht geeignetes digitales Endgerät leisten können. Zusätzlich ist über die "Gesellschaft für digitale Bildung" als Kooperationspartner eine Bestellmöglichkeit für Familien eröffnet worden, die für ihre Kinder ein eigenes iPad zum digitalen Arbeiten anschaffen möchten. Hiervon ist bereits in zahlreichen Fällen Gebrauch gemacht worden.

 

Ein flächendeckender Einsatz dieser Geräte ist geplant allerdings erst ab der 8. Klasse. Für die jüngeren Schüler*innen erscheint dies noch zu früh, gerade im Hinblick auf das Erlernen und Einüben einer gut lesbaren Handschrift. Auch das durch die Tablets gegebene Ablenkungspotenzial dürfe nicht unterschätzt werden. Hier würde sich die Schule dann gegebenenfalls auf ihre „pädagogische Freiheit" berufen und den Einsatz der Geräte, auch wenn sie vom Schulträger kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollten, im schulischen Bereich auf ein didaktisch sinnvolles Mindestmaß beschränken und für den häuslichen Bereich auch den Eltern empfehlen, dies dort in gleicher Weise umzusetzen.

 

Die Bereitstellung von Druckern oder Headsets wird eher nicht für notwendig erachtet.

 

 

Astrid-Lindgren-Schule (ALS):

An der ALS wird in allen Klassen mit iPads gearbeitet. Eine 1:1-Ausstattung der Schüler*innen mit iPads würde sehr begrüßt werden.

 

Verfolgt wird das Vermitteln von lebenspraktischem Arbeiten und Lernen. Schüler*innen, die nicht lesen und schreiben können, können sich z. B. mit Hilfe des iPads einen Text oder eine Aufgabe vorlesen lassen. Kleine Texte können diktiert und verschickt werden etc.

Schüler*innen mit intensivem Assistenzbedarf können das Prinzip von Ursache und Wirkung auf eine andere Art kennen lernen und mit Hilfe des iPads lernen, mit anderen Menschen zu kommunizieren.

 

Für die ALS würden 200 iPads benötigt werden

 

Die Betreuung der Geräte müsste durch einen externen Support erfolgen.

 

 

3. Hinweise der Verwaltung:

 

Die Schulen verfügen über unterschiedliche Wünsche, Planungen und pädagogische Ziele hinsichtlich der Ausstattung von Schüler*innen mit digitalen Endgeräten. Aufgabe des Schulträgers ist unter anderem die Ausstattung der Schulen mit sächlichen Mitteln, während die Ausgestaltung der pädagogischen Arbeit allein der schulischen Selbstverwaltung unterliegt. Die von der schulischen Selbstverwaltung beschlossenen Medienkonzepte sind daher zu beachten, insbesondere wenn sie Beschränkungen beim Einsatz digitaler Medien in unteren Klassenstufen erhalten. Die vorstehend beschriebenen Wünsche der Schulen sollten daher Berücksichtigung finden.

 

Dies gilt auch für die Einschätzung der Schulen zur Notwendigkeit von Druckern, wenn die eingesetzten Lernprogramme einen Ausdruck zu Hause nicht erforderlich machen. Von einer Schule wurde explizit beschrieben, dass die ausgefüllten digitalen Arbeitsblätter per E-Mail an die Lehrkraft übersendet werden und im Klassenraum an der interaktiven Tafel angezeigt werden können.

 

Zu bedenken ist auch, dass die vorgesehene Haftungsregelung finanziell schwächer gestellte Familien abschrecken könnte. Hierauf haben auch zwei Schulen explizit hingewiesen. Nach Mitteilung des Landkreistages hat das Bildungsministerium die Auffassung vertreten, dass der zögerliche Abruf von Leihgeräten aus den jüngsten Förderprogrammen möglicherweise auch mit den haftungsrechtlichen Klauseln in den Leihverträgen begründet sein könnte.

 

Bei den weiteren Überlegungen sollte auch mit einbezogen werden, dass nicht alle Schulen auf dem gleichen Stand sind, was die digitale Infrastruktur angeht (z.B. Ausstattung mit W-LAN, etc.). Dies spricht dafür, dass Geräte nur auf Anforderung der Schulen bereitgestellt werden sollten.

 

Beachtlich sind ebenso die nicht unerheblichen Folgekosten für den Support und die Lizenzen für die Endgeräte. Der finanzielle Bedarf hierfür ist zu ermitteln und bei der Betrachtung der finanziellen Auswirkungen des Antrags zu berücksichtigen.

 

Bei der Beschaffung der digitalen Endgeräte ist zu berücksichtigen, dass es derzeit aufgrund der hohen Nachfrage zu erheblichen Lieferengpässen kommt. Zudem sollte auch ein gewisser Pool an Ersatzgeräten vorgehalten werden, damit bei einem Geräteausfall schnell reagiert werden kann.

 

Nicht zuletzt durch das geplante Impfangebot für alle Schüler*innen im Alter von 12 bis 18 Jahren strebt das Bildungsministerium nach den Sommerferien wieder einen regelmäßigen Schulbetrieb an. Außerhalb des Pandemiegeschehens wäre eine „flächendeckende“ Versorgung aller Schüler*innen im Schulalltag – also in der Schule selbst – mit digitalen Endgeräten in das schulische IT-Konzept und die Medienentwicklungsplanung der Schule einzubinden. Dies ist bereits deshalb erforderlich, um die Fördermöglichkeiten im Rahmen des Digitalpakts Schule nicht zu gefährden.

 

Hinsichtlich der Frage von digitalen Endgeräten für Lehrkräfte prüft das Land derzeit noch die Möglichkeit, digitale Endgeräte für die landesweit insgesamt über 30.000 Lehrkräfte bereitzustellen.

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

 

Produkt-Name

 

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten – strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

 

Stammbaum:
2021/0998   Digitale Bildung (gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP)   Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht   Antrag öffentlich
2021/0998-1   Digitale Bildung (gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP); hier: Stellungnahme der Vewaltung   Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht   Informationsvorlage
2021/0998-2   Digitale Bildung (gemeinsamer Antrag der Fraktionen SPD, CDU und FDP); hier: Beschlussempfehlungen des Finanzausschusses und des Schul- und Kulturausschusses   Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht   Beschlussvorlage
2021/0998-3   Digitale Bildung; Sachstandsbericht zum Kreistagsbeschluss vom 10.06.2021   Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht   Informationsvorlage
2021/0998-4   Digitale Bildung; Sachstandsbericht zum Kreistagsbeschluss vom 10.06.2021   Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht   Informationsvorlage