Drucksache - 2021/1057  

Betreff: Abfallentgelte der privaten Haushaltungen in 2022
Status:öffentlichDrucksache-Art:Informationsvorlage
Verfasser:Dittmann, JürgenAktenzeichen:178.32/03
Federführend:Fachdienst Wasser, Boden und Abfall Bearbeiter/-in: Dittmann, Jürgen
Beratungsfolge:
Agrar- und Umweltausschuss Information
26.10.2021 
Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses (offen)   
Finanzausschuss Information
01.12.2021 
Sitzung des Finanzausschusses (offen)   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Bedarfsberechnung Abfallentgelte 2022  

Sachverhalt:

 

Die Abfallwirtschaft Dithmarschen GmbH (AWD) hat die Bedarfsberechnung zur Ermittlung der Abfallentgelte aus privaten Haushaltungen für das Jahr 2022 erstellt. Nach dem Ergebnis der Bedarfsberechnung können die Abfallentgelte in allen Leistungsbereichen unverändert bleiben. Dies ist trotz steigender Aufwendungen für die Abfallentsorgung nur möglich, weil Überschussmittel aus Vorjahren zur Verfügung stehen und diese vollständig zur Bedarfsdeckung eingesetzt werden.

 

Die Bedarfsberechnung wurde auf der Grundlage der Kalkulationsansätze durchgeführt, die auch für das aktuelle Jahr 2021 angewendet wurden. Die Entwicklung der Behältervolumina weist eine leicht steigende Tendenz auf. Die Corona-Pandemie hat sich bislang nicht negativ auf die Volumina ausgewirkt. Negative Auswirkungen werden nach den derzeitigen Erkenntnissen auch für 2022 nicht erwartet, so dass weiterhin von einer stabilen Grundlage für die Kostenverteilung ausgegangen werden kann. Höhere Aufwendungen basieren in erster Linie auf vertraglich fixierten Preisanpassungen unter Anwendung amtlicher Indizes.

 

Im Vergleich der Planzahlen 2022 zu 2021 erhöhen sich die Aufwendungen für operative Leistungen, die die AWD an beauftragte Dritte zu entrichten hat, um rund 590.000 €. Hiervon entfallen rund 295.000 € auf den Bereich der Logistikleistungen, wobei 195.000 € auf einer vertraglich fixierten Anpassung der Sammlungsentgelte beruhen. Von den verbleibenden rund 100.000 € entfallen 35.000 € auf zusätzliche Entgelte durch veränderte Mengenansätze und Behälterzahlen für Bioabfall und Restabfall bei der grundstücksbezogenen Erfassung, 30.000 € auf kalkulierte Mehrmengen im Bereich des Sperrmülls in Vorbereitung der Systemumstellung „Sperrmüll auf Abruf“, 25.000 € aus dem erwarteten Wechsel der Umschlagsanlage für PPK und 10.000 € durch die Inbetriebnahme einer automatischen Behälter-Waschanlage am Standort der Stiftung Mensch. Höhere Aufwendungen ergeben sich weiterhin bei der Sammlung von Elektro-Altgeräten (25.000 €), bei Verwertungsmaßnahmen der biogenen Abfälle (94.000 €), im Bereich der Behandlungskosten des Sperrmülls (54.000 €) und im Bereich der Entsorgungsmaßnahmen (90.000 €), insbesondere durch höhere Kraftstoffpreise für den Transport. Im Einzelnen sind die Veränderungen zum aktuellen Jahr 2021 auf den Seiten 2 und 3 der Entgeltbedarfsberechnung dargestellt.

 

Auf der Ertragsseite aus den operativen Leistungen der AWD erhöhen sich in der Summe die Erlöspositionen von brutto 1.080.000 € um rund 90.000 €. Die Veränderung ist auf positive Marktentwicklungen im Bereich der werthaltigen Materialströme aus der Altmetallsammlung auf den Recyclingfen sowie aus der Verwertung von Elektro-Altgeräten zurückzuführen.

 

Nach dem derzeitigen Planungsstand werden zum Jahresende 2021 Überschussmittel beim Kreis in Höhe von 621.900 €r das Jahr 2022 zur Verfügung stehen. Hinzukommen 1.037.000 € an Rücklagen, die bei der AWD geführt werden, und eine geschätzte Dividende für 2021 (zu buchen in 2022) in Höhe von 306.000 €, so dass sich die gesamten und zur Bedarfsdeckung eingesetzten Überschussmittel aus Vorjahren auf 1.964.900 € belaufen. Nur so ist es möglich, den Aufwandsbedarf in 2022 zu decken und noch einmal ohne Erhöhung der Entgelte auszukommen. Überschussmittel für Folgejahre werden dann nicht mehr zur Verfügung stehen, so dass ab 2023 die Entgelte für die Abfallentsorgung der privaten Haushaltungen erhöht werden müssen. Die erwartete Entwicklung der Überschusssituation ist in der Anlage 3 zur Entgeltbedarfsberechnung 2022 dargestellt.

 

Auf der Grundlage der Bedarfsberechnung Abfälle aus privaten Haushaltungen stellt sich die Ertrags- und Aufwandsseite 2022 wie folgt dar:

 

 

Haushaltsjahr 2022

Erträge

 

 Leistungsentgelte

9.604.700 €

 Ertrag Rückführung Überschuss Vorjahre

 Ertrag Rückführung Gewinne bei der AWD

621.900 €

1.037.000 €

 Ertrag Auflösung Sonderposten ALADIN

4.000 €

 Dividende AWD

306.000 €

 gesamt

11.573.600 €

 

 

Aufwendungen

 

 Entgelte an Beauftragte

11.331.800 €

 Aufwand aus der Zuführung nicht verbrauch-
 ter Überschussmittel auf Sonderposten

0 €

 Abschreibung Gebäude ALADIN“

4.000 €

 Verwaltungskostenbeitrag

25.200 €

 Kapitalertragssteuer auf Dividende AWD

212.500 €

 gesamt

11.573.500 €

 

 

Überschuss

100 €

 

Detaillierte Angaben zu den Entwicklungen der Aufwände, der Erträge, der Abfallmengen und der Kostenverteilung ergeben sich aus der beigefügten Bedarfsberechnung der AWD für das Jahr 2022.

 

Ausblick auf Folgejahre:

Nicht auf 2022, aber auf 2023, werden sich mehrere in Vorbereitung befindliche Vergabeverfahren für abfallwirtschaftliche Leistungen auswirken (u. a. Umschlagleistungen zu den Abfallströmen Restmüll, Sperrmüll und PPK, Behandlung von Sperrmüll sowie Altholz, Sammellogistik für die behälterbezogene Erfassung von Restabfall, Bioabfall und PPK, von Sperrmüll auf Abruf). Auch die Systemerweiterung der Gelben Tonne zur Wertstofftonne durch die Miterfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen wird ab 2024 zu deutlich höheren Aufwendungen führen.

 


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

53710

Produkt-Name

Entsorgung von Abfällen aus privaten Haushaltungen

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

11.573.600

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

11.573.500

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

100

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen

Bedarfsberechnung der AWD für das Jahr 2022 (mit den Anlagen 1a, 1b, 2 und 3)

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Bedarfsberechnung Abfallentgelte 2022 (4058 KB)