Drucksache - 2021/1040-1  

Betreff: Netzentwicklungsplan Strom 2035 (2021) - Stellungnahme Kreis Dithmarschen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
  Bezüglich:
2021/1040
Federführend:Fachdienst Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung Bearbeiter/-in: Ulich, Erk
Beratungsfolge:
Wirtschaftsausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
19.10.2021 
Sitzung des Wirtschaftsausschusses (offen)   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
09.12.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:
 

  1. Der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2035 wird grundsätzlich begrüßt.
     
  2. Die Bundesnetzagentur wird aufgefordert, die Anbindung der Offshore-Windparks über den Netzverknüpfungspunkt Heide/West zu realisieren.

 


Sachverhalt:
 

In der Drucksache 2021/1040 wurde der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans (NEP) Strom 2035, Version 2021, vorgestellt.

 

Die Übertragungsnetzbetreiber haben in ihrem zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2035 (2021) eine Anbindung von zwei Offshore-Netzanbindungsleitungen mit jeweils 2 GW Übertragungsleistung an den Netzverknüpfungspunkt Heide/West vorgeschlagen:

 

  • NOR-13-1 (LanWin5) bzw. NOR-12-2: Geplanter Zeitpunkt der Inbetriebnahme 2032
  • NOR-x-3: Geplanter Zeitpunkt der Inbetriebnahme 2038

 

Von Heide/West sind im NEP für die Weiterleitung des Stroms die zwei zusätzlichen Maßnahmen DC25 (nach Polsum, Nordrhein-Westfalen) und DC31 (nach Klein Rogahn, Mecklenburg-Vorpommern) vorgesehen. Für die Maßnahme DC31 wird nunmehr in den vorläufigen Prüfungsergebnissen der Bundesnetzagentur (BNetzA) eine alternative Netzanbindung an den Netzverknüpfungspunkt Klein Rogahn zur Konsultation gestellt. Die Netzanbindung Heide/West würde in diesem Fall entfallen.

 

Aus Sicht der Verwaltung sollte der aus Erneuerbaren Energien erzeugte Strom möglichst erzeugungsnah verbraucht werden. Im Falle der Offshore-Windenergie bedeutet dies eine küstennahe Netzanbindung zur bedarfsgerechten Versorgung der energieintensiven Prozesse der küstennahen Industrie. Dementsprechend sind die seitens der Übertragungsnetzbetreiber geplanten Anschlüsse von NOR-13-1 (2032) und NOR-x-3 (2038) an den Netzverknüpfungspunkt Heide/West zu befürworten. Ein Transport von vor der Schleswig-Holsteinischen Küste offshore-erzeugten Stromes quer durch Schleswig-Holstein ohne Einbindung in das dortige landseitige Übertragungsnetz und die dortige Industrie, wie von der BNetzA zur Konsultation gestellt, würde das Dekarbonisierungsziel der im Raum Heide ansässigen Industrieunternehmen konterkarieren. Die Akzeptanz vor Ort für eine derartige Maßnahme wäre dementsprechend gering. Mit einer geplanten zusätzlichen Last von 1 GW bis zum Jahr 2030 entsteht eine ausreichend große zusätzliche Anschlussleistung im Raum Heide, welche die seitens der BNetzA angeführten netztechnischen Überlastungen im Großraum Hamburg, verhindern würde. Konkret hren folgende Projekte und Prozesse zu einer deutlichen Erhöhung des Strombedarfs in der Region: Reallabor Westküste100, Kerosin100, H2-Kavernenspeicherung, diverse industrielle Transformationsprozesse sowie Großansiedlungen energieintensiver Betriebe.

 

Mit dem perspektiven Wegfall eines Großteils der an den Netzverknüpfungspunkt Büttel angeschlossenen Offshore-Windparks (betrifft die Offshore-Netzanbindungssysteme HelWin1, HelWin2 und SylWin1) aufgrund einem voraussichtlichen Ende der Genehmigungsdauer der Offshore-Windparks Ende der 2030er-Jahre und einer Ausweisung dieser Offshore-Windgebiete lediglich als Vorbehaltsgebiet Offshore Windenergie im aktuellen Raumordnungsplan für die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone in der Nordsee und in der Ostsee (BSH, 2021) ist die Gewährleistung einer langfristig gesicherten Versorgung Schleswig-Holsteins mit Strom aus Offshore-Windenergieanlagen essentiell für die Industrieregionen Heide und Brunsbüttel. Mit Blick auf eine gebotene Redundanz des Höchstspannungsübertragungsnetzes sowie eine flexible Einbindung weiterer HGÜ-Maßnahmen im Raum Heide (bspw. weitere Offshore-Netzanbindungssysteme) wird die Errichtung eines Multiterminal-Konverters am Netzverknüpfungspunkt Heide/Westr zwingend erforderlich erachtet.

 

Aus Sicht der Verwaltung ist aufgrund der o. g. Erkenntnisse eine Stellungnahme des Kreises Dithmarschen zum zweiten NEP-Entwurf unbedingt erforderlich.

 

Da die Frist für die Abgabe einer Stellungnahme am 20.10.2021 abläuft, empfiehlt die Verwaltung die Abgabe einer Stellungnahme nach Beratung im Wirtschaftsausschuss im Wortlaut des vorstehenden Sachverhaltes. Die Stellungnahme wird dann unter dem Vorbehalt der abschließenden Beschlussfassung durch den Kreistag abgegeben.


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

51110

Produkt-Name

umliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen keine

 

Stammbaum:
2021/1040   Netzentwicklungsplan Strom 2035 (2021)   Fachdienst Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung   Informationsvorlage
2021/1040-1   Netzentwicklungsplan Strom 2035 (2021) - Stellungnahme Kreis Dithmarschen   Fachdienst Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung   Beschlussvorlage