Drucksache - 2021/1076  

Betreff: Bewerbung des Kreises Dithmarschen als Fairtrade-Kommune
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Fachdienst Bau, Naturschutz und Regionalentwicklung Bearbeiter/-in: Ulich, Erk
Beratungsfolge:
Agrar- und Umweltausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
25.11.2021 
Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses (offen)   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
09.12.2021 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen abgelehnt   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:
 

Der Kreis Dithmarschen nimmt an der Kampagne Fairtrade-Towns teil und strebt die Auszeichnung als Fairtrade-Town an. Hierzu sollen die fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne erfüllt werden. Die Verwaltung wird mit der Umsetzung des Bewerbungsverfahrens beauftragt.

 

Bei allen Sitzungen des Kreistags und der Ausschüsse sowie im Büro des Landrats werden Fairtrade-Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.

 


Sachverhalt:
 

Nachhaltigkeit hat drei Dimensionen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: Die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft, Verwaltungen und die Wissenschaft.

 

Der Kreis Dithmarschen ist bisher unter anderem in den Bereichen Klimaschutzmanagement, Energiemanagement, Naturschutz sowie nachhaltige Beschaffung (Absichtserklärung der Regionalen Kooperation Westküste) aktiv. Der Fairtrade-Ansatz zielt insbesondere auf die soziale Nachhaltigkeit ab. Der Kreis Dithmarschen möchte sein Engagement im Bereich des nachhaltigen Handelns ebenfalls verstärken und strebt hierfür die Auszeichnung als Fairtrade-Kreis an.

 

Bereits über 40 Landkreise engagieren sich bundesweit für fairen Handel und sind ausgezeichnete Fairtrade-Landkreise. Zunehmend wächst das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen. Fairtrade-Towns fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und sind das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam lokal für den fairen Handel stark machen. Auf kommunaler Ebene spielen Nachhaltigkeit und der faire Handel in allen gesellschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, zunehmend auch bei der öffentlichen Beschaffung.

 

r die Auszeichnung zur Fairtrade-Town muss eine Kommune nachweislich die nf nachstehenden Kriterien erfüllen, die das Engagement für den fairen Handel auf verschiedenen Ebenen einer Kommune betreffen.

 

Kriterium 1: Ratsbeschluss

Der Ratsbeschluss sollte mindestens folgende Formulierung enthalten:

  • Die Kommune beschließt, an der Kampagne Fairtrade-Towns teilzunehmen und die Auszeichnung als Fairtrade-Town anzustreben. Hierzu sollen die fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne erfüllt werden.
  • Bei allen Sitzungen des Rates und der Ausschüsse sowie im Büro der/des (Ober-) Bürgermeister*innen bzw. im Büro des Landrats oder der Landrätin werden Fairtrade Kaffee und ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.“

 

Kriterium 2: Steuerungsgruppe:

Eine Steuerungsgruppe wird gebildet, die auf dem Weg zur Fairtrade-Town und darüber hinaus die Aktivitäten vor Ort koordiniert. Diese Gruppe besteht aus mindestens drei Personen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft.“

 

Kriterium 3: Fairtrade-Produkte im Sortiment:

In den lokalen Einzelhandelsgeschäften und bei Floristen sowie in Cafés und Restaurants werden mindestens zwei Produkte aus fairem Handel angeboten. Richtwert ist hier die Einwohnerzahl.“

 

Kriterium 4: Zivilgesellschaft:

„Öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchen-/Glaubensgemeinden setzen Informations- und Bildungsaktivitäten zu fairen Handel um und bieten Produkte aus fairem Handel an.“

 

Kriterium 5: Medien- und Öffentlichkeitsarbeit:

Die Steuerungsgruppe macht Öffentlichkeitsarbeit über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune. Die lokalen Medien berichten über die Ereignisse vor Ort.“

 

r den Kreis Dithmarschen mit rund 133.400 Einwohner*innen bedeutet eine Kriterienerfüllung:

-          24 Einzelhandelsgeschäfte müssen Fairtrade-Produkte anbieten

-          12 Gastronomiebetrieben müssen sich beteiligen

-          Jeweils eine Schule, eine Glaubensgemeinschaft und ein Verein müssen eingebunden sein und einmal pro Jahr eine Aktion zum Thema fairer Handel durchführen.

-          4 Medienartikel der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Zeitungsartikel, Webseitenbeiträge etc.)

 

Hierbei kann auf dem Netzwerk der bereits ausgezeichneten Akteure im Kreisgebiet aufgebaut werden. Folgende Akteure sind aktuell bereits als Fairtrade-Town,
-Schule oder -Hochschule ausgezeichnet:

-          Stadt Meldorf

-          Stadt Heide

-          Gemeinde Büsum

-          Fachhochschule Westküste

-          Schule am Meer, Büsum

-          Gemeinschaftsschule Meldorf

 

Das Bewerbungsverfahren läuft wie folgt ab:

 

1. Schritt:

Registrierung: Wenn eine Steuerungsgruppe gegründet wurde, kann sich die Kommune unter www.fairtrade-towns.de registrieren. Die Registrierung ist ein erstes öffentliches Zeichen des Engagements. Man kann dann eine eigene Seite im Städteverzeichnis gestalten, ein kostenfreies Starterpaket mit aktuellen Fairtrade-Materialien erhalten sowie sich mit regionalen Fairtrade-Akteuren vernetzen.

 

2. Schritt:

Bewerbung: Wenn alle fünf Kriterien erfüllt sind, werden die Bewerbungsunterlagen eingereicht. Die Prüfung der Unterlagen dauert in der Regel 6-8 Wochen, dann erfolgt die feierliche Überreichung der Urkunde. Die Auszeichnung gilt für zwei Jahre, eine Titelerneuerung erfolgt über den Nachweis der Kriterienerfüllung.

 

Grundsätzlich ist die Teilnahme an der Kampagne Fairtrade-Towns kostenfrei. Fairtrade Deutschland unterstützt die Bewerber mit Informationen und Beratung, Materialien und Hilfestellung bei der Planung der Auszeichnungsfeier sowie mit der Teilnahme eines Vertreters bzw. einer Vertreterin von Fairtrade Deutschland für die Überreichung der Urkunde.

 

Sollten daber hinaus eigene Materialien wie z. B. Flyer, Ortsschilder, Aufkleber etc. für die Kommune produziert werden, liegen die Kosten bei den Kommunen.

 

Um das Ziel „Fairtrade-Kommune“ zu erreichen und mit Inhalten zu füllen, ist nach den obenstehenden Vorgaben in einem ersten Schritt eine Fairtrade-Steuerungsgruppe einzurichten. Die Koordination des Gesamtprozesses und die Begleitung der Steuerungsgruppe erfolgt durch die Verwaltung.


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

 

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

51110

Produkt-Name

umliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen keine