Drucksache - 2022/1193  

Betreff: Neubau eines Zentrums für Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz im Kreis Dithmarschen
hier: Aktuelle Kostenentwicklung
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Fachdienst Liegenschaften, Schulen und Kommunalaufsicht Bearbeiter/-in:LKVD Rüsen, Christian
Beratungsfolge:
Hauptausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
10.06.2022 
Gemeinsame Sitzung des Hauptausschusses und des Finanzausschusses ungeändert beschlossen   
Finanzausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
19.09.2022 
Sitzung des Finanzausschusses      
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
16.06.2022 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

  1. Das Projektbudget für den Neubau eines Zentrums für Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz im Kreis Dithmarschen wird auf 49 Mio. EUR aufgestockt.

 

  1. Die Planungen sind auf der Grundlage der bisherigen Anforderungen der
    Nutzer*innen fortzusetzen.

 

  1. Die Leistungsphase 3 – Entwurfsplanung – ist zu beauftragen.


 


Sachverhalt:

 

  1. Hintergrund

 

Die Planungsarbeiten für das Projekt „Neubau eines Zentrums für Feuerwehrwesen und Katastrophenschutz im Kreis Dithmarschen wurden auf der Grundlage des Beschlusses des Kreistages vom 02.03.2022 (Drucksache 2021/1121) mit der Leistungsphase 2 Vorplanung fortgesetzt. Im Zuge dieser Planungsarbeiten wurden durch das Projektteam und die beauftragten Planer regelmäßige Planungsbesprechungen abgehalten. Außerhalb dieser gemeinsamen Abstimmungsrunden sind weiterführende Gespräche mit den Nutzer*innen, beteiligten Dritten (z.B. Fachunternehmen der Feuerwehrtechnik für Ausstattung und Sicherheit) und Fachplaner*innen vorgenommen worden. Somit ist jederzeit sichergestellt, dass die feuerwehr- und katastrophenschutztechnischen Anforderungen der Nutzer*innen unmittelbar in den Planungsprozess einfließen.

 

Planerisch ist die vorgegebene Kubatur des Gebäudes im Gebäudeinneren mit den individuellen Raum- und Funktionsanforderungen der Nutzer*innen gefüllt worden. Dieses erarbeitete Flächenlayout ist elementar, um die jeweiligen Beziehungen und Vorgaben der verschiedenen Nutzergruppen im räumlichen Kontext darstellen zu können. Speziell im Werkstattbereich der Feuerwehrtechnischen Zentrale sowie dem Ausbildungsbereich konnten hierdurch hinderliche Abläufe identifiziert und somit frühzeitig eliminiert werden.

 

  1. Konkretisierung der Planungsansätze

 

Detailliertere Planungen, die Überprüfungen vorangegangener Ansätze und die Berücksichtigung aktueller Anforderungen ergeben einen gestiegenen Flächenbedarf in Bezug auf die Ergebnisse aus Dezember 2021. Exemplarisch seien hier genannt:

 

  1. Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Vorgaben im Bereich der AT-Werkstatt, Kantine/Küche
  2. Erweiterung der Fahrzeughallen um zwei Stellplätze für jetzige und zukünftige Fahrzeuge sowie notwendige Lagerflächen (Hochregallager)
  3. Verlagerung von Büroflächen in den Werkstattbereich
  4. Veränderungen der räumlichen Anordnung im Bereich „Krisenstab“

 

Durchgeführte Abstimmungsgespräche mit den Nutzer*innen zur Ermittlung möglicher Kompensationsmaßnahmen haben geringfügige Einsparpotentiale ergeben. Ob und in welcher Form sich diese Ansätze auf eine Verringerung der Gesamtfläche auswirken können, ist in der folgenden Planungsphase (LP 3 Entwurfsplanung) zu erarbeiten.

 

Zum jetzigen Stand ist von einem Anstieg der Bruttogeschossfläche (BGF) um ca. 240 (+ 2,4%) von 9.800 m² auf 10.040 m² auszugehen.

 

Weitere Detaillierungen sind in den technischen Gewerken vorgenommen worden. Die sog. „nutzerspezifischen Anlagen“, wie z. B. Feuerwehrtechnische Ausstattungen (Schlauchwaschanlage, Prüfstände, AT-Werkstatt, usw.) und Übungseinrichtungen (Einrichtung Brandhaus, AT-Übungsstrecke) wurden gemäß Anforderungskatalog vordimensioniert und in die Planung eingearbeitet.

 

Im Bereich der Außenanlagen sind feuerwehrtechnisch erforderliche und für Schulungszwecke gewünschte Stellplätze ergänzt und infrastrukturell notwendige Entwässerungseinrichtungen berücksichtigt worden. Die angemeldeten Übungseinrichtungen für die Schacht-/Tunnelrettung, Löschteich, Kesselwagen- und Fahrzeugbrand sind im Geländeplan eingeplant worden.

 

Nachhaltigkeitsaspekte wie Dachbegrünung, CO2-speichernde Fassaden und Konstruktionen, Regenwassernutzung und eine PV-Anlage sind angedacht.

 

  1. Darstellung der Kostenentwicklung

 

Im Dezember 2021 wurden die seinerzeit im Jahr 2019 prognostizierten Kosten auf der Grundlage der bis dahin erarbeiteten Planungsergebnisse überprüft. Dem Planungsstand, geschuldet erfolgte die Berechnung der Schätzkosten über die zu bebauende Flächen auf der Grundlage allgemein akzeptierter Baukostenwerte. Basis der Zahlen aus Dezember 2021 waren Angaben des BKI (Baupreisindex des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern) aus dem 1. Quartal 2021.

 


Die überaus dynamische Entwicklung der Baukosten macht eine erneute Überprüfung der Baukosten und eine Aktualisierung der Baukostenindizes nötig. Das statistische Bundesamt veröffentlicht aus Aktualitätsgründen mittlerweile vierteljährliche Indizes.

 

r den Bereich der gewerblichen Betriebsgebäude sind die Indizes von 115,1 (2019) auf aktuell 140,0 (1. Quartal 2022) gesprungen. Allein vom 1. Quartal 2021 zum 1. Quartal 2022 wurde ein Anstieg von 18,6 % verzeichnet.

 

Trotz aller Bemühungen der Planer und der Berücksichtigung eines 10%igen Kostenpuffers können die aktuellen Preisentwicklungen nicht kompensiert werden.

 

Basierend auf den aktuellen Planungsergebnissen werden per Stand 2. Quartal 2022 die Projektkosten auf 44.286.763 EUR brutto für die Kostengruppen KG 200 700 geschätzt (Alt: 32.553.125 EUR; entspricht 36% Steigerung). Diese Schätzung beinhaltet sämtliche planerischen Anpassungen wie unter Pkt. 2 erwähnt sowie die aktuellen Baupreissteigerungen (ohne Kostenpuffer!).

 

Die Kostensteigerung teilt sich wie folgt auf:

 

Kostengruppe

Ursache

EP
(EUR, brutto,
gerundet)

Summe
(EUR, brutto,
gerundet)

300 (Gebäude)

 

4.702.000

 

Flächenanstieg von 240 m²

370.000

 

 

Nachhaltigkeitsaspekte

1.160.000

 

 

allg. Kostensteigerung (18,6%)

3.172.000

 

400 (technische Ausstattung)

 

3.089.000

 

Ausstattung für feuerwehrtechnische Anlagen

1.053.000

 

 

Techn. Einrichtung Brandhaus

833.000

 

 

allg. Kostensteigerung (18,6%)

1.203.000

 

500 (Außenanlagen)

 

1.582.000

 

Übungsanlagen

500.000

 

 

Zusätzliche Kfz-Stellplätze

225.000

 

 

Straßenausbau „Hohenheide“

158.000

 

 

allg. Kostensteigerung (18,6%)

699.000

 

600 (Ausstattung)

 

14.000

 

aufgrund Flächenanstieg

14.000

 

700 (Planung)

 

2.346.000

 

aufgrund Kostensteigerung

2.346.000

 

 

Kostensteigerungen Q2 2022:

2.346.000

 

Projektbudget alt:

37.000.000

 

Projektbudget neu

49.000.000

 

 

  1. Fazit

 

Die Planungsleistungen der Leistungsphase 2 Vorplanung sind abgeschlossen. Die sich anschließende Leistungsphase 3 Entwurfsplanung muss zur Fortsetzung der Planungsarbeiten beauftragt werden. Innerhalb dieser Leistungsphase sind bereits bekannte und weitere Kompensationsmaßnahmen zur Eindämmung der Projektkosten zu untersuchen.

 

Das bisherige Projektbudget ist für die Umsetzung aller Anforderungen der Nutzer*innen nicht ausreichend. Eine Erhöhung des Budgets ist in einem Umfang von ca. 12 Mio. EUR auf 49 Mio. EUR notwendig. Durch die sehr dynamische Baupreisentwicklung können weitere Kostensteigerungen nicht ausgeschlossen werden.


 


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

12610

Produkt-Name

Abwehrender Brandschutz

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

12.000.000

 

 

Saldo

 

Saldo

-12.000.000

 

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

Die notwendigen Haushaltsmittel werden im Rahmen der Haushaltsberatungen eingeworben.

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen ./.