Drucksache - 2022/1218  

Betreff: Digitalisierungsstrategie "Dithmarschen Digital"
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Federführend:Stabsstelle Digitalisierung, IT und Organisationsmanagement Bearbeiter/-in: Janke, Dennis
Beratungsfolge:
Hauptausschuss Beschlussempfehlung an den Kreistag
06.09.2022 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Kreistag des Kreises Dithmarschen Abschließende Beschlussfassung
22.09.2022 
Sitzung des Kreistages des Kreises Dithmarschen ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
ANLAGE 1 - Digitalisierungsstrategie  
ANLAGE 2 - Digitale Agenda  
ANLAGE 3 - Aufbauorganisation Verstetigung  
ANLAGE 4 - Ressourcen Verstetigung  

Beschlussvorschlag:

 

  1. Der der Beschlussvorlage angefügten gemeinsamen Digitalisierungsstrategie des Kreises mit den Ämtern und amtsfreien Städten wird zugestimmt.
     
  2. Die Digitale Agenda mit der Ausarbeitung konkreter Projektideen als Bestandteil der Digitalisierungsstrategie wird zustimmend zur Kenntnis genommen. Die digitale Agenda soll auf der Grundlage der Kooperationsvereinbarung aus dem Jahr 2020, welche für die Dauer von vier Jahren zu diesem Zweck zwischen dem Kreis, den Ämtern und den amtsfreien Städten geschlossen wurde, umgesetzt werden.
  3. Die notwendigen finanziellen Ressourcen zur Umsetzung der digitalen Agenda werden zur Kenntnis genommen und im Rahmen der Haushaltsberatungen 2023 und fortfolgend entsprechend berücksichtigt.
     
  4. Über den aktuellen Stand der Umsetzung der Digitalisierung im Kreis Dithmarschen ist regelmäßig im Hauptausschuss zu berichten.


 


Sachverhalt:

 

1. Hintergrund

 

In seiner Sitzung am 19.12.2019 hat der Kreistag die Initiative zur Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie und einer digitalen Agenda für Dithmarschen begrüßt und die Ämter und amtsfreien Städte im Kreis Dithmarschen eingeladen, den Prozess gemeinsam mit dem Kreis zu gestalten. Der Prozess sollte partizipativ ausgelegt werden und alle wesentlichen Themenfelder für eine Digitalisierung in Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung umfassen. Die wesentlichen Akteur*innen für die Themenfelder und die Einwohner*innen des Kreises sollten dabei eingebunden werden.

 

Außerdem hat der Kreistag der Beteiligung an dem Landeswettbewerb „Digitale Modellkommunen Schleswig-Holstein“ zugestimmt. Die im Rahmen des Landeswettbewerbs in Aussicht stehenden Fördermittel sollten für eine externe fachliche Begleitung des Strategieprozesses eingesetzt werden (siehe Drucksachen-Nr. 2020/0703).

 

Im Zuge der Bewerbung beim Landeswettbewerb haben der Kreis, die sechs Ämter und die Städte Heide und Brunsbüttel eine „Kooperationsvereinbarung zur Erarbeitung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie und einer digitalen Agenda“ erarbeitet, die von den Gremien aller Kooperationspartner beschlossen wurde. Der Kreistag hat der Kooperationsvereinbarung in der Sitzung am 20.08.2020 einstimmig zugestimmt (siehe Drucksachen-Nr. 2020/0818).

 

Im September 2020 wurde der Kreis Dithmarschen ebenso wie acht andere Städte, Gemeinden und Kreise als „Digitale Modellkommune Schleswig-Holstein“ ausgewählt und hat vom Land eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro erhalten. Der Bewilligungszeitraum für die Förderung läuft bis zum 01.11.2022.

 

Nach Durchführung eines Vergabeverfahrens wurde das Unternehmen Eisenschmidt Consulting Crew aus Kiel zum 01.07.2021 mit der externen Begleitung des Strategieprozesses beauftragt.

 

2. Projektstruktur und wesentliche Meilensteine der Projektarbeit

 

Zu Beginn des Projektes wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet, die aus den Amtsdirektoren und leitenden Verwaltungsbeamten aller kreisangehörigen Ämter

und Städten sowie dem Landrat besteht. Nach der Auftaktveranstaltung mit der

Lenkungsgruppe wurde eine Projektgruppe mit Vertreter*innen aller Ämter und Städte eingerichtet, die sich über die gesamte Projektlaufzeit alle 14 Tage (virtuell) traf, den Projektfortschritt besprach und deren Mitglieder das Projekt in ihre jeweilige Gebietskörperschaft trugen und dort vertraten. Um möglichst alle Aspekte der Digitalisierung in den unterschiedlichen Bereichen zu berücksichtigen, wurden vielfältige Beteiligungsformate für die diversen Zielgruppen durchgeführt. Dazu zählen unter anderem Online-Befragungen, öffentliche Auftaktveranstaltung für Bürger*innen sowie Informationsveranstaltungen für Unternehmen.

 

Die Digitalisierungsstrategie umfasst das gesamte Handlungsspektrum der Digitalisierung als gesellschaftliches Querschnittsthema und ist in die zehn Handlungsfelder

 

  1. Bildung
  2. Bürger*innen
  3. Gesundheit
  4. Jugend & Familie
  5. Mobilität & Infrastruktur
  6. Natur & Umwelt
  7. Sport, Freizeit & Kultur
  8. Tourismus
  9. Verwaltung
  10. Wirtschaft, Energie, Ver- & Entsorgung

 

unterteilt. Für jedes Handlungsfeld wurden Fachexpert*innen in so genannten Fokusgruppen zu den jeweiligen Bedürfnissen und Anforderungen befragt und gemeinsame Lösungsansätze entwickelt.

 

Im Dezember 2021 ging darüber hinaus die Website des Projektes online, und es wurden mehrfach Umfragen zu einzelnen Themen ausgespielt, die den Bürger*innen die Gelegenheit gaben, weiteren Input zu geben und die Strategie zu beeinflussen.

 

Aufgrund der Pandemie musste ein Großteil der Veranstaltungen online stattfinden. Dennoch blicken wir heute auf einen Beteiligungsprozess zurück, der rund 150 Menschen und damit einen repräsentativen Querschnitt des Kreises und der in ihm lebenden und arbeitenden Menschen erreicht hat.

 

3. Digitalisierungsstrategie und Digitale Agenda

 

Auf der Grundlage der in den verschiedenen Formaten gewonnenen Erkenntnissen ist in den vergangenen Wochen und Monaten eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet und von Lenkungsgruppe beschlossen worden.

 

Sie steht unter der Vision, dass der Kreis Dithmarschen im Jahr 2025 Vorreiter bei der Digitalisierung im Land Schleswig-Holstein ist:

 

  • Verwaltung, Wirtschaft und Bürger*innen verfügen flächendeckend über hohe digitale Kompetenz, kennen die für sie relevanten Technologien und nutzen diese zielführend.
  • Die Verwaltung arbeitet digital und serviceorientiert für die Bürger*innen.
  • Die Daseinsvorsorge ist durch digitale Technologien effizienter und kostengünstiger organisiert.
  • Angebote für Bürger*innen und Tourist*innen aus allen Bereichen der Daseinsvorsorge sind bekannt und digital zugänglich.

 

r jedes Handlungsfeld wurde ein Ziel definiert und die Ausgangslage sowie die Herausforderungen und Chancen betrachtet. Auf dieser Grundlage wurden konkrete Projekte und Maßnahmen definiert, die zur jeweiligen Zielerreichung beitragen sollen.

 

r die Einzelheiten wird auf den der Beschlussvorlage angefügten Entwurf der Digitalisierungsstrategie (Anlage 1) verwiesen.

 

Die Digitale Agenda konkretisiert die Projektideen der Digitalisierungsstrategie und stellt sie in Steckbriefen übersichtlich dar. Neben der Projektbeschreibung werden die Zielgruppen, Verantwortlichen, Beteiligte sowie die Hauptaktivitäten angegeben. Jedes Projekt ist mit einer eindeutigen Nummer identifizierbar und wird mit dieser auch in der angestrebten Umsetzungsreihenfolge der Digitalisierungsstrategie aufgeführt. Für die Einzelheiten wird auf die den angefügten Entwurf der Digitalen Agenda (Anlage 2) verwiesen.

 

  1.           Umsetzung der Strategie

 

Nach dem Abschluss der Erstellung der Digitalisierungsstrategie findet ein Übergang in einen fortwährenden und dauerhaften Digitalisierungsprozess der Region statt, in welcher die einzelnen Maßnahmen aus der Digitalen Agenda in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren erfolgen soll. Für diese Verstetigung und Umsetzungsphase ist es wichtig, die enge Kooperation zwischen dem Kreis Dithmarschen, den Ämtern und den Städten als Partner in ähnlicher Form weiterzuführen, wie sie schon zu der Strategieerstellung stattgefunden hat. Grundlage für die weitere Zusammenarbeit stellt die „Kooperationsvereinbarung zur Erarbeitung und Umsetzung einer Digitalisierungsstrategie und einer digitalen Agenda für Dithmarschen“ aus 2020 dar, wonach die Partner*innen sich zu einer vertrauensvollen und verbindlichen Zusammenarbeit sowie gegenseitigem Informationsaustausch verpflichten, um eine qualitativ hochwertige nachfrageorientierte Strategie zu erarbeiten und nachhaltig umzusetzen.

 

Der Kreis Dithmarschen wird weiterhin die zentrale Koordination des Digitalisierungsprozesses bereitstellen, um die Vernetzung der Kooperationspartner*innen aufrechtzuerhalten und mit zusätzlichen Akteuren weiter auszubauen. Jede*r Partner*in wird auch weiterhin eine Person in eine Arbeitsgruppe entsenden, um die Interessen der jeweiligen Gebietskörperschaft zu vertreten und den gegenseitigen Informationsfluss sicherzustellen.

 

Neben der reinen Struktur wurden in der Projektgruppe auch die personellen und zeitlichen Ressourcen definiert, welche für einen Verstetigungsprozess erforderlich sein werden. Die oben genannte Person aus der Arbeitsgruppe muss über die zeitlichen Ressourcen für eine dauerhafte und dem Anlass entsprechende Mitarbeit verfügen. Wo diese Ressourcen heute noch nicht vorhanden sind, sollen sie spätestens im Jahr 2023 geschaffen werden. r eine Amts- oder Stadtverwaltung in Dithmarschen sollte diese Aufgabe mit mindestens 0,5 Vollzeitäquivalent (VZÄ) pro Gebietskörperschaft als Digitalisierungsmanager*in besetzt werden. Beim Kreis Dithmarschen sind die personellen Ressourcen bereits vorhanden.

 

Neben den personellen Ressourcen müssen die Kooperationspartner*innen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, um den Digitalisierungsprozess nachhaltig umsetzen zu können. An der Stelle unterscheidet sich die Digitale Transformation nicht von anderen Aufgaben der Daseinsvorsorge.

r die Schaffung eines Handlungsspielraums sollte jede*r Kooperationspartner*in ein freies und projektungebundenes Digitalisierungsbudget im Haushalt ab dem Jahr 2023 bereitstellen. Das Budget soll die Gebietskörperschaft in die Lage versetzen, Digitalisierungsbedürfnisse zu realisieren. r das Jahr 2023 wird empfohlen, dass jede*r Kooperationspartner*in ein Digitalisierungsbudget in Höhe von 30.000 € einplant. Auch wenn das Budget in diese Höhe zu Beginn „zu viel“ erscheint, so ist eine Handlungsfähigkeit aller Kooperationspartner*innen von großer Bedeutung, damit die aufgebauten Strukturen durchgehend weitergelebt, verfestigt und ausgebaut werden können. Der Realisierungsstart in 2023 wird Erkenntnisse für darauffolgende Planungszeiträume mit sich bringen, so dass ggf. die Budgets für die Zukunft zielgerichteter und genauer geplant werden können.

 

r Details zum Verstetigungsprozess wird auf die Anlagen 3 sowie Anlage 4 verwiesen, welche aus der Projektgruppe von Dithmarschen Digital erarbeitet und von der Lenkungsgruppe des Projektes beschlossen wurde.


 


 

Finanzielle Auswirkungen

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Falls ja:

 

 

 

 

 

Im Haushaltsplan berücksichtigt

Ja

X 

 Haushaltsplanung 2023

Nein

 

 

 

 

 

 

 

Freiwillige Aufgabe/Maßnahme

Ja

X

 

Nein

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergebnisplan/Finanzplan

Produkt-Nr.

11156

Produkt-Name

Digitalisierung und Organisation                                         

 

Ertrag

Euro

Einzahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich / neu

 

zusätzlich / neu

 

 

Aufwand

Euro

Auszahlungen

Euro

 

 

 

 

zusätzlich /neu

30.000 €

zusätzlich / neu

 

 

 

Saldo

 

Saldo

 

-30.000 €

Ein negativer Saldo wird finanziert durch:

(Beschreibung der konkreten strukturellen - Einsparungsmaßnahmen/Mehrerträge)

 

 

 

 

Auswirkung auf Stellenplan

Ja

 

 

Nein

X

 

 

 

 

 

 

 

Stellenmehrbedarf: (z. B. 0,5 VK, EG ___/A___)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Anlagen

  1. Dithmarschen Digital: Digitalisierungsstrategie  
  2. Dithmarschen Digital: Digitale Agenda (Anlage zur Strategie)
  3. Aufbauorganisation Verstetigung
  4. Ressourcen Verstetigung  

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 4 1 ANLAGE 1 - Digitalisierungsstrategie (2705 KB)      
Anlage 3 2 ANLAGE 2 - Digitale Agenda (6022 KB)      
Anlage 1 3 ANLAGE 3 - Aufbauorganisation Verstetigung (100 KB)      
Anlage 2 4 ANLAGE 4 - Ressourcen Verstetigung (43 KB)