Projekt: Erzähl' uns Deine Geschichte!
Das Projekt "Erzähl uns Deine Geschichte!", initiiert von der Koordinierungsstelle für Integration und Teilhabe, stellt Menschen und ihre Biografien vor. Im Mittelpunkt stehen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Das Projekt hat zur Aufgabe, Teilhabe ein Gesicht geben und dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Olajide Oladipo Bisiriyu
Hallo,
mein Name ist Olajide Bisiriyu und ich komme aus Nigeria. Ich bin 40 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Meine Frau stammt aus Rumänien und wir wohnen seit zehn Jahren in Deutschland.
In Rumänien habe ich Medizin studiert, wo ich auch meine Frau kennengelernt und geheiratet habe. Am Ende meines Studiums im Jahr 2012 habe ich eine Stelle als Assistenzarzt im Westküstenklinikum Heide bekommen, und seitdem wohnen wir in Heide. Ich bin seit 2018 Facharzt für Allgemeinmedizin und habe eine Zusatzbezeichnung für Geriatrie.
Ich fand es immer sehr bereichernd, mich um die Gesundheit der Menschen zu kümmern, und deshalb arbeite ich seit 2019 als Hausarzt im Ärztezentrum Lunden.
Ich spreche Deutsch, Englisch, Yoruba und ein bisschen Rumänisch. Der Weg nach Deutschland war wegen der deutschen Sprache nicht unbedingt einfach, aber es hat sich am Ende gelohnt. Die Sprache ist nämlich der Schlüssel zur Integration. Jetzt fühle ich mich angekommen und kann Deutschland als mein Zuhause nennen.
Ich empfehle zugewanderten Menschen, Deutschkurse zu besuchen, die Sprache immer wieder zu hören (durch Musik, Fernsehen, etc.) und sich mit Einheimischen sowie mit Personen aus anderen Kulturkreisen anzufreunden.
Youssef Jamil
Hallo,
mein Name ist Youssef Jamil, ich komme aus Syrien und bin 52 Jahre alt. Ich bin 2015 nach Deutschland gekommen und lebe seitdem in Heide. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn sowie vier Töchter. Ich ermutige sie und helfe ihnen beim Lernen. Zwei von ihnen sind Ingenieure geworden, die anderen setzen ihr Studium fort.
Ich bin seit über 32 Jahren als Rechtsanwalt tätig und habe in meiner Kanzlei 40 Anwälte ausgebildet. Meine juristische Erfahrung ist umfangreich, da ich in allen Rechtsgebieten tätig war. Meine Hobbys sind, Menschen zu helfen, zu lesen, Sport zu treiben, Tiere zu züchten und Musik zu hören, besonders die des internationalen Sängers Julio Iglesias.
Mein Ziel ist es, Professor für Völkerrecht zu werden.
Soudabeh Parandvar
Mein Name ist Soudabeh Parandvar. Ich bin 63 Jahre alt und komme aus dem Iran. Seit 1988 lebe ich in Deutschland. Ich habe zwei Kinder, die ebenfalls in Deutschland leben. Mein Sohn ist 39 und meine Tochter 33 Jahre alt.
Im Iran habe ich Weltliteraturgeschichte studiert und war dort Lehrerin. In Deutschland habe ich meine Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau abgeschlossen.
Zurzeit arbeite ich als Life Coach und Entspannungstrainerin und bin im Sozialbereich tätig. Ich denke, sobald wir verstehen, dass die Liebe die stärkste Kraft im Universum ist, wissen wir, wie die Welt zu retten ist.
Lasha Ochigava
Guten Tag / გამარჯობა,
mein Name ist Lasha Ochigava und ich komme aus Georgien. Ich bin 39 Jahre alt und seit kurzem verheiratet. Ich bin wegen der Liebe nach Deutschland gekommen. Zurzeit besuche ich einen Sprachkurs an der Volkshochschule Heide, und es macht mir viel Spaß, eine neue Sprache zu lernen. Mittlerweile weiß ich, dass es nicht „bunderschön“ heißt, sondern „wunderschön“. Die Verben „haben“ und „sein“ kann ich auch fast fehlerfrei konjugieren.
Nach meinem Jurastudium in Georgien habe ich einige Jahre im Bereich Zivilrecht gearbeitet. Dann habe ich einen anderen Weg eingeschlagen und bin Berufssoldat geworden. Da Georgien sich an der „International Security and Assistance Force“ (ISAF) beteiligte, war ich bei den Auslandseinsätzen dabei. Deutschland ist für mich nicht ganz fremd, da ich mit der Bundeswehr zusammen Trainings hatte und hier gelebt habe. Als am 25. November 2016 die Taliban die deutsche Botschaft in Mazar-i Sharif in die Luft sprengten, war die georgische Einheit als Erste, innerhalb von sieben Minuten, vor Ort, um den Mitarbeitern der Botschaft das Leben zu retten. Ich bin stolz auf meine Auszeichnung des Verteidigungsministeriums der Bundesrepublik Deutschland für das Retten von Menschenleben und auf weitere Auszeichnungen der NATO, beispielsweise für meinen Dienst in Afghanistan und Somalia.
Was würde ich den Migrant*innen in Dithmarschen sagen? Tun Sie Ihr Bestes, um sich zu integrieren. Ich denke, die Arbeit ist der beste und schnellste Weg dafür.
Bodur Alkutmeh
Mein Name ist Bdour Alkutmeh. Ich bin 32 Jahre alt und lebe seit sechs Jahren in Deutschland. Der 19. Oktober 2015 war mein erster Tag in Deutschland. Ursprünglich komme ich aus Damaskus und habe drei Kinder im Alter von 6, 7 und 9 Jahren.
Nachdem ich das C1-Sprachniveau erreicht hatte, begann ich im September 2019 mein Studium im Fachbereich Green Building Systems an der Fachhochschule Westküste.
Neben dem Studium habe ich Nachhilfe an der Klaus-Groth-Schule in Heide gegeben, bei der Firma UTZ gearbeitet und bin weiterhin ehrenamtlich in der Diakonie tätig. Zurzeit absolviere ich ein Praktikum beim Kreis Dithmarschen.
Als berufliches Ziel strebe ich einen Master in Green Energy an. Danach möchte ich eine eigene Firma gründen. Ich möchte ein Vorbild für andere Frauen sein und ihnen vielfältig helfen.
Ich bin sehr glücklich, dass ich mich voll in meinem neuen Heimatland integriere.
Fadila Mahfoufi
Mein Name ist Fadila Mahfoufi und ich komme aus Algerien. In meiner Heimat habe ich ein Studium zur Diplom-Ingenieurin im Fachbereich Industrielle Chemie mit Schwerpunkt Umwelttechnik absolviert. Seit Juli 2012 lebe ich zusammen mit meinem Mann in Deutschland. Mittlerweile habe ich meine B1-Prüfung bestanden und bin deutsche Staatsbürgerin geworden.
In den letzten Jahren habe ich freiwillig als Sprachmittlerin für die arabische Sprache sowie in anderen Projekten ehrenamtlich bei der Diakonie gearbeitet. Ich bin auf der Suche nach einer adäquaten Arbeit entsprechend meiner Qualifikation. Zurzeit arbeite ich als Moderatorin bei einem Projekt, das vom Innenministerium Schleswig-Holstein gefördert wird und ein Jahr läuft. Es ist ein Kooperationsprojekt des Diakonischen Werks und des Kreises Dithmarschen (Koordinierungsstelle für Integration und Teilhabe). Das Projekt heißt „Regional-International“.
Ich bin immer stolz und glücklich, wenn die Sendung am letzten Samstag des Monats um 18 Uhr auf dem Offenen Kanal Westküste ausgestrahlt wird. Durch meine Arbeit und die Teilnahme an diversen Veranstaltungen habe ich viele gute Menschen kennengelernt. Aus meiner Erfahrung empfehle ich zugewanderten Menschen in Deutschland: Zuerst die deutsche Sprache lernen und sich diese Schlüsselkompetenz aneignen, wenn man sich hier verständigen will. Auf jeden Fall sollte man immer optimistisch sein und den Kontakt zu den Einheimischen suchen, das finde ich sehr wichtig.